Eine weitere Fototour mit dem Sigma 50mm f1.4 Art


Wie es viele Fotografen nach dem Kauf eines Objektivs machen, habe auch ich die erste Fototour mit dem 50/1.4 Art hauptsächlich dazu genutzt, um Testfotos zu schießen und mich mit dem Objektiv vertraut zu machen. Die meisten Fotos habe ich aus zwei Gründen bei Offenblende aufgenommen: Einerseits weil man anhand solcher Aufnahmen am leichtesten beurteilen kann, ob man ein gutes Exemplar oder ein dezentriertes, bzw. eins mit irgendeiner anderen Macke, erwischt hat. Blendet man ab, kaschieren die größere Schärfentiefe und der höhere Kontrast etwaige Abbildungsfehler, was es natürlich schwer macht eine sprichwörtliche “Gurke” von einem guten Exemplar zu unterscheiden. Andererseits ist das Fotografieren bei möglichst großen Blendenöffnungen der Härtetest schlechthin für jeden AF. Schafft er es bei f/1.4 – besonders bei kürzeren Entfernungen zwischen Kamera und Motiv – präzise scharfzustellen, wird er kaum bei f/5.6 versagen.

Wie ich das letzte Mal schrieb und wie man an den 100% Crops im oben verlinkten Blogbeitrag sehen kann, bildet das 50/1.4 Art bereits bei Offenblende erstaunlich scharf ab. Darüber hinaus hat mich auch der HSM-Antrieb des Objektivs sehr positiv überrascht. Dieser hatte keinerlei Probleme sich an die Motive fest zu beißen, auch wenn diese oft fast an der Naheinstellgrenze waren. Das mag jetzt nicht besonders beeindruckend klingen, da ich nur statische Motive fotografiert habe, sobald man aber mit der linken Hand spürt wie die schweren Linsen hin- und hergeschoben werden, wird einem klar das Sigma hier einen besonders leistungsstarken AF-Motor verbaut hat.

Neben der Genauigkeit ist aber auch die Geschwindigkeit sehr wichtig. Braucht der Antrieb zu lange, bis er fokussiert hat, haben bewegliche Motive genug Zeit um den Schärfebereich zu verlassen. Aus diesem Grund habe ich während dieser Fototour das Objektiv an meinen Lieblingsmotiven getestet. Aber auch die Vierbeiner brachten den AF nie so richtig ins Schwitzen. ;)

Sigma SD1 Merrill & 50mm f/1.4 Art (volle Auflösung - full resolution) Weiterlesen

Department of Records and Information Services wird 30.000 NYPD-Fotos digitalisieren


Wie die New York Times berichtet, wird beginnend mit Juli dieses Jahres das NYC Department of Records and Information Services weitere 30.000 Fotos und Negative digitalisieren – die zwischen 1914 und 1975 von Forensikern und Polizeifotografen des NYPD aufgenommen wurden – und auf der Webseite des New York City Municipal Archives der Öffentlichkeit zugänglich machen. Für uns Fans des legendären New Yorker Pressefotografen Arthur „Weegee“ Fellig und seiner Film-noir-artigen Sicht von New York sollte das Grund genug sein, die schlicht anmutende Webseite zu unseren Favoriten hinzufügen. ;)

Wie Weegees Fotos, zeigen auch viele dieser Aufnahmen Facetten des menschlichen Daseins, die dunkler nicht sein könnten. Im direkten Vergleich mit dieser harten Seite der Realität, ist es eher die Fiktion a la „CSI“, die glaubwürdig und relativ harmlos erscheint.

Unten habe ich einige der Aufnahmen eingefügt, damit ihr wisst was euch im Ordner „NYPD & Criminal Prosecution“ erwartet. Seid aber gewarnt, die Fotos im Unterordner „Murder“ sind, wie der Titel bereits vermuten lässt, nichts für zarte Gemüter. ;)

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Eine Entgleiste Straßenbahn.

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Die Preisbildung am Kunstmarkt und ein interessantes Experiment von LifeHunters


Kaum ein anderes Thema polarisiert die Foto-Community derart, wie Fotos und Drucke, die für unfassbare Geldbeträge veräußert oder versteigert werden. Eines der neusten Beispiele ist „Phantom“ – ein Abzug, den der australische Fotograf Peter Lik für $6,5 Mio. an einen Privatsammler verkauft haben soll. Schaut man sich das Foto und viele andere Fotos, die auf Kunstauktionen Rekordpreise erzielt haben, an, bleibt einem nichts anderes übrig als ungläubig den Kopf zu schütteln. Und zwar deswegen, weil in den meisten Fällen überhaupt nicht ersichtlich ist, wieso das Foto so viel wert sein soll.

Diese Diskrepanz zwischen empfundenem Wert und dem Marktpreis hat anscheinend die Betreiber der Webseite LifeHunters dazu verleitet das folgende Experiment zu starten: Um herauszufinden wie Kunstinteressierte den Preis eines Kunststücks bestimmen, wurde ein €10-Ikea-Druck in einem Museum ausgestellt und die Besucher befragt was sie davon halten und wie viel sie bereit wären für das Kunstwerk auszugeben. Ihnen wurde zu Anfang erzählt, dass es ein Gemälde von „Ike Andrews“ sei – einem berühmt schwedischen Künstler, der sich angeblich mit Gemälden wie „Norden“, „Ektorp“ und „Dalskär“ (alles Möbel von Ikea) einen Namen machte. ;) Wie man sich vorstellen kann, fielen viele der Befragten auf den Schwindel rein. Eine Dame war der Ansicht, dass man so etwas nicht in einem günstigen Kunstgeschäft finden kann. Ein älterer Herr meinte sogar, er wäre bereit bis zu €2,5 Mio. zu bezahlen, würde es aber für überteuert halten, sollte es noch mehr kosten. Seht aber selbst, das Video gibt einen interessanten Einblick in den Kunstmarkt und seine unlogisch erscheinende Preisbildungsmechanismen. ;)


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815g brachialer Abbildungsleistung: mein Sigma 50mm f1.4 Art ist angekommen!


Als Sigma-DP-Besitzer ist man mit der hervorragenden Bildqualität der fest verbauten DP-Objektive bestens vertraut und weiß diese natürlich auch zu schätzen. Trotzdem fragt man sich manchmal ob es noch besser geht bzw. ob es Objektive gibt, die bei größeren Blendenöffnungen genauso scharf abbilden können. Nun, ich besitze auch das 35/1.4 Art, und obwohl es im gemeinsamen Blendenbereich (ab f/2.8) dem 30mm f/2.8 der DP2M/DP2Q ebenbürtig ist, muss es sich bei f/2 und f/1.4 diesem geschlagen geben. Das ist natürlich auch OK, denn es ist ein immenser Vorteil auf f/1.4 aufblenden zu können, wenn man die zusätzliche Lichtstärke oder das Freistellungspotential braucht. Das 30/2.8 bietet einem diese Möglichkeit nicht, sodass das 35/1.4 Art zwischen f/1.4 und 2.8 auf jeden Fall besser ist. ;) Das beantwortet aber nicht die Frage, ob es Objektive mit Anfangsöffnung von f/1.4 bzw. f/2 gibt, die bereits ab Offenblende eine DP-ähnliche Abbildungsleistung aufweisen.

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Verblüffend was im Optik-Bereich möglich ist: Kontaktlinse mit Tele-Konverter und zoombare Brille mit Zwinker-Steuerung


Die folgende News hat nicht direkt etwas mit Fotografie zu tun, zeigt aber was heutzutage alles im Optik-Bereich möglich ist. Wie EurekaAlert berichtet, haben Wissenschaftler der technisch-naturwissenschaftlichen Universität in Lausanne (EPFL) zwei sehr interessante Sehhilfen vorgestellt. Bei der ersten handelt es sich um eine Tele-Kontaktlinse mit 2,8-fach-Konverter, welche die Brennweite des menschlichen Auges von 45 mm auf ungefähr 126 mm verlängert. Die Tele-Kontaktlinse wurde in den vergangenen Jahren mehrmals angekündigt, im Laufe des diesjährigen AAAS Annual Meeting in San Jose wurde aber erstmals ein Prototyp vorgestellt. In der gerade mal 1,55 mm dicken Kontaktlinse steckt ein kleines Spiegelteleskop, mit vielen winzigen Spiegeln und 0,1 mm breiten Kanälen, durch welche die Hornhaut mit Sauerstoff versorgt wird. Ihr fragt euch bestimmt wie die kleine Portrait-Tele-Vorsatzlinse für‘s Auge aussieht? Unten seht ihr sie neben einem 25-Cent-Stück.

teleskopische-kontaktlinse

Bildquelle: EPFL

© Eric Tremblay & Joe Ford

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Sigma Neuigkeiten & Gerüchte: weitere DP3 Quattro Samples, mit und ohne FT-1201


Seitdem ich vor zwei Wochen über die ersten DP3 Quattro Beispielbilder berichtet habe, haben weitere Käufer ihre DP3Qs erhalten. In der DP3-Quattro-Gruppe auf Flickr findet man derzeit 68 Fotos, wobei in den nächsten Tagen und Wochen mit vielen weiteren zu rechnen ist. Einige der Aufnahmen sind insbesondere für Fans des 85-90mm Brennweitenbereichs interessant, wie beispielsweise die vom Flickr-User Kazua0213, der die neue Tele-Vorsatzlinse FT-1201 auf allen DPQs außer der „0“ getestet hat.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Vorsatzlinse primär für die DP3Q gedacht ist und das sie die Brennweite der Kamera um den Faktor 1,2 von 75 mm auf 90 mm (KB-Äquivalent) verlängert. Kazuas Fotos – von denen die meisten, wenn nicht sogar alle, in voller Auflösung vorliegen – lassen auf eine gute Abbildungsleistung in Verbindung mit der DP3Q hoffen. Diese Aufnahme wirkt beispielsweise in der 100%-Ansicht ähnliche scharf wie meine Fotos, die ich mit der DP2Q ohne Zusatzlinse gemacht habe. Apropos DP2Q, auch sie scheint gut mit der FT-1201 zu harmonieren (Beispiel 1 & 2). Nur auf der DP1Q führt die Tele-Vorsatzlinse zu heftiger Vignettierung (Beispiel), die man sonst nur von zirkularen Fisheye-Objektiven kennt. Ich denke jedoch, dass es ohnehin nicht viel Sinn ergibt Tele-Vorsatzlinsen auf WW-Objektiven zu verwenden, da man die Brennweite dieser Objektive üblicherweise, anstatt zu verlängern, noch weiter verkürzen möchte.

sigma-dp3-quattro

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Video über 9 der wichtigsten Gestaltungsregeln, erklärt anhand von Fotos von Steve McCurry


Zeigt man anderen Fotografen seine Fotos, um sich konstruktive Kritik einzuholen, hört oder liest man sehr oft, dass man nicht blind die Gestaltungsregeln befolgen soll. Gestaltet man seine Fotos immer nur nach der Drittel-Regel oder nach dem Goldenen Schnitt, gewöhnt man sich an konventionell zu denken, was sich negativ auf das Kreativitätspotenziale auswirken kann. Ich bin jedoch der Meinung dass man zuerst die Regeln kennen muss, um sie brechen zu können. ;) Die „Gestaltungsregeln“ sind keine Regeln im eigentlichen Sinne – an die sich ein Fotograf immer halten muss – sondern lediglich „Anhaltspunkte“, die die Bildgestaltung erleichtern können. Das Ziel eines jeden Fotografen sollte es sein alle Gestaltungsregeln zu kennen, aber auch ein ausgeprägtes Gespür dafür zu haben, wann man auf diese pfeifen soll. ;)

Leider kann es aufgrund der schieren Anzahl von Gestaltungsregeln eine ganze Weile dauern, bis man sich mit allen vertraut gemacht hat. Die Drittel-Regel und Goldener Schnitt sind eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Es existieren viele weitere Regeln, die weniger bekannt sind, die aber bei richtiger Anwendung zu ausdrucksstarken Fotos führen können. Eine gute Übersicht über die wichtigsten bietet das unten eingefügte Video von The Cooperative of Photography. Jede einzelne der 9 Gestaltungsregeln wird anhand von mehreren ausgewählten Fotos von Steve McCurry, einem wahrhaftigen Meister der Fotografie, kurz und prägnant vorgestellt.


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Ikonen: “Making-ofs” der bekanntesten und beindruckendsten Fotos der Weltgeschichte


Die Fotoserie namens Ikonen ist ein ungewöhnliches, jedoch interessantes Nebenprojekt der Schweizer Profi-Fotografen Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger. Die Idee für das Projekt bekam das Duo in 2012, als ein großformatiger Abzug des „Rhein II“ Fotos von Andreas Gursky für die Rekordsumme von $4,3 Mio. versteigert wurde. Wie wired.com berichtet, soll das Ganze wie ein Scherz angefangen haben – man wollte versuchen die teuersten und bekanntesten Fotos der Welt nachzumachen.

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© Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger

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Tipp: Navid Baratys ‘Gastro-Astrofotografie’


Der Profi-Fotograf Navid Baraty experimentiert seit Jahren mit einer ungewöhnlichen Art der Astrofotografie. Statt langen Tele-Objektiven bzw. Teleskopen und Astrokameras mit gekühlten CCD-Sensoren, verwendet er nur einen Epson-Flachbettscanner, auf dessen Glasplatte er die kosmischen Fotomotive mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen zum Leben erweckt. So werden Zucker, Zimt und Mehl zu fernen Sternen, Gasnebeln und Galaxien, und Gläser gefüllt mit Kaffee, Kokosnussmilch und Wasser – wahlweise vermischt mit Lebensmittelfarbe – zu Schwarzen Löchern und farbenfrohen Gasriesen.

Der erdähnliche Planet, der auf dem folgenden Foto zu sehen ist, ist eigentlich ein von unten gescanntes Glas gefüllt mit einem Gemisch aus Wasser, Sahne und Lebensmittelfarbe. Die Sterne im Hintergrund sind ein weiterer Scan mit offener Klappe, bei dem er Salz, Zimt und Backpulver auf der Glasplatte verstreut hat. Üblicherweise scannt er mehrere Bilder, die er anschließend zusammenfügt.

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© Navid Baraty

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Spaß muss sein: eine ‘DIY’ Leica Correspondent um €33.000


Leica arbeitet seit geraumer Zeit mit bekannten Designern an Limited- und Special-Editions seiner Kameras zusammen. Eine solche Sonderedition der „M“ wurde vor eineinhalb Jahren von Apples Chefdesigner Jony Ive und von Marc Newson – der auch die höchst ungewöhnliche Pentax K-01 entworfen hat – designt. Wie ihr in den Comments des verlinkten DPReview-Artikels lesen könnt, kann das Fotografenvolk solchen Sondereditionen nichts Positives abgewinnen. Die Reaktionen sind ähnlich negativ bzw. spöttisch, wie jene auf Hasselblads Hozgriff-Kameras. Das hindert Leica jedoch nicht daran regelmäßig neue Kleinserien-M-Kameras anzukündigen. Eine der letzten wurde von Lenny Kravitz entworfen und hört auf den Namen „Correspondent“. Wie man sich bei Lenny Kravitz denken kann, kommt die Correspondent in einem „Used-Look“ daher, ähnlich wie die zerrissene/zerschlissene Jeans, die der Rocker sehr gerne trägt. Das Set, bestehend aus der Leica M-P, einem 50/1.4 und einem 35/1.4, ist auf 125 Stück limitiert und kostet €22.500.

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Bildquelle: Leica AG

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