Ist euch “Superresolution” ein Begriff?


Superresolution“ ist ein relativ neues Konzept, mit welchem die Auflösung eines optischen Systems über die Grenzen der Hardware hinaus erhöht werden kann. Das Konzept wird zwar nicht nur in der Fotografie eingesetzt, es existieren aber zwei Verfahren(sgruppen) mit denen man entweder das Rauschen verringern – wodurch der pro-Pixel-Detailgrad bzw. die „echte Auflösung“ erhöht wird – oder die Pixel-Anzahl, bei gleichbleibendem pro-Pixel-Detailgrad, drastisch erhöhen kann.

Beim „Multi-exposure image noise reduction“ Verfahren wird eine Szene mit einer Kamera, vom Stativ aus, mehrfach abgelichtet. Anschließend wird im Zuge der Bildbearbeitung der Umstand genutzt, dass bei den meisten Arten des Rauschens das Korn zufallsabhängig positioniert ist, um das Rauschen zu reduzieren. Vereinfacht ausgedrückt, wird bei jedem Pixel geprüft, ob er sich auch auf den restlichen Bildern auf der gleichen Stelle befindet. Tut er das nicht, handelt es sich um Rauschen, welches herausgefiltert werden muss.

Beim „Multiframe Superresolution“ Verfahren werden mehrere versetzte Aufnahmen mit Standardauflösung gemacht, um aus ihnen ein deutlich höher aufgelöstes Bild zu erstellen. Kommt euch das bekannt vor? Genau, die brandneue Olympus E-M5 MkII und die etwas ältere Hasselblad H5D-200c nehmen mehrere Fotos a 16 MP bzw. 50 MP auf, um aus diesen jeweils ein Foto mit 63 MP bzw. 200 MP zu erstellen. Dank Piezomotoren – die ihre Sensoren zwischen den einzelnen Aufnahmen um einen halben oder ganzen Pixel versetzen – können diese Kameras „Superresolution“-Aufnahmen gleich in der Kamera zusammensetzen. Man muss aber nicht gleich verzweifeln, falls man solch hochauflösenden Fotos machen möchte, jedoch nur eine gewöhnliche Kamera besitzt, die dieses Feature nicht hat. Jede Kamera, die einen halbwegs schnellen Serienbildmodus hat, kann für „Superresolution“-Aufnahmen benutzt werden. Das folgende 40 MP Foto wurde aus sieben DP2 Quattro Aufnahmen a 20 MP erstellt.

Sigma DP2 Quattro "Superresolution" 40 MP (volle Auflösung - full resolution) Weiterlesen

Sigma Neuigkeiten und Gerüchte: SPP 6.2.1 und Firmware-Updates für die DP1Q und DP2Q sind jetzt verfügbar!


Während eines Vortrags vor zwei Wochen, meinte der Sigma-Eigentümer und CEO, Kazuto Yamaki, dass man Ende Februar eine neue SPP-Version und weitere FW-Updates für die DPQs veröffentlichen wird. Diese Updates, die die Bildqualität verbessern und den AF beschleunigen sollen, stehen jetzt zum Download bereit.

Mangels Testlabor konnte ich den AF nicht testen, ich habe jedoch den neuen Algorithmus in SPP 6.2.1 auf die Probe gestellt. Obwohl es mit ISO200 und bei flauem Licht aufgenommen wurde, habe ich den Vergleich mit dem folgenden Foto angestellt. Auch wenn das Rauschen in der 100% Ansicht, aus oben genannten Gründen, deutlich sichtbar ist, ist es nun mal eines meiner Lieblingsfotos.

Sigma DP2 Quattro (volle Auflösung - full resolution)

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Deutscher Fotomarkt 2014: 28,7% weniger DSLRs wurden verkauft, Nachfrage nach EVILs steigt!


Vor ein paar Tagen hat der Photoindustrie-Verband e.V. die Verkaufszahlen verschiedener Produkte am deutschen Foto- und Imagingmarkt für 2014 veröffentlicht. Wie mittlerweile zu erwarten, ging die Nachfrage nach digitalen Kompaktkameras auch in 2014 weiter zurück. Die hochwertigen Kompaktkameras sind die einzige Produktkategorie unter den Kompakten, die sich nach wie vor gut verkauft.

chart_kompaktkameras_menge

Bildquelle: Photoindustrie-Verband e.V.

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Peter Lik: der bestverdienende Fotograf aller Zeiten?


Der australische Fotograf Peter Lik ist eine der geheimnisvollsten und umstrittensten Persönlichkeiten in der Welt der Fotografie. In Dezember 2014 soll er sein Schwarzweißfoto namens „Phantom“ für die Rekordsumme von $6,5 Mio. verkauft haben – $2,2 Mio mehr, als der Verkaufspreis von $4,3 Mio., den Andreas Gurskys „Rhein II“ auf einer Auktion in 2011 erzielt hat. „Phantom“ wäre somit auf Platz 1 der 10 teuersten Fotos aller Zeiten, wenn es wie alle anderen sündhaft teuren Fotos versteigert worden wäre. Stattdessen wurde „Phantom“ an einen Sammler direkt veräußert, der passenderweise anonym bleiben wollte, was es so gut wie unmöglich macht zu überprüfen, ob der Verkauf tatsächlich stattgefunden hat.

Vor einigen Tagen hat die New York Times einen recht langen Artikel über Peter Lik veröffentlicht. Kurioserweise unter der Kategorie „business“, anstatt „art“ oder „photography“. Aus dem Artikel geht hervor, dass Lik bis jetzt 100.000 Abzüge im Wert von $440 Mio. verkauft hat, was ihn zum bestverdienenden Fotografen aller Zeiten macht.

Phantom-Peter-Lik

“Phantom”, das womöglich teuerste Foto aller Zeiten

© Peter Lik

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Tipp: Instagram-Account des Innenministeriums der Vereinigten Staaten


USAs Nationalparks zählen zu den schönsten Orten auf Erden. Yosemite, um ein Beispiel zu nennen, zog den Erfinder des Zonensystems, Ansel Adams, mit seiner Schönheit in seinen Bann. Über Jahre hinweg schleppte Adams schwere Mittelformat- und Großformatkameras durch unwegsames Gelände, nur um die atemberaubenden Landschaften auf Film festzuhalten. Diese Zeit der Naturverbundenheit scheint jedoch vorbei zu sein. In den vergangenen Jahren verzeichneten die Nationalparks kontinuierlich sinkende Besucherzahlen – wohl ein übler Nebeneffekt unserer urbanisierten und vernetzten Gesellschaft.

Um den Trend umzukehren, versucht das Innenministerium der Vereinigten Staaten die jungen Leute genau dort anzusprechen und von der Schönheit der Nationalparks zu überzeugen, wo sie den Großteil ihrer Zeit verbringen – Online. Insofern kommt es nur auf den ersten Blick komisch vor, dass neuerdings auch das U.S. Department of the Interior einen eigenen Instagram-Account hat, auf dem hochkarätige Landschaftsaufnahmen aus allen 58 Nationalparks hochgeladen werden. Ich habe unten nur einige wenige Fotos eingefügt, um euch einen kleinen Vorgeschmack zu geben.

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Hunde und ihre Geschichten


Wenn man Hunde fotografiert, wird einem nie langweilig. Die pelzigen Energiebündel sind nie zu müde um zu spielen oder Unruhe zu stiften. Dieser kleine Sheltie Mischling(?) hat minutenlang verzweifelt versucht in das Spielzeug-Geschäft reinzukommen. Zuerst durch das Hoftor, dann durch die Eingangstür zum Geschäft.
Sigma DP2 Quattro (volle Auflösung - full resolution) Weiterlesen

‘Moonlight': Paul Thompsons extreme Langzeitbelichtungen


Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal mehrere Minuten lang belichtet habe. Für Paul Thompson sind solche Belichtungszeiten sicherlich so etwas wie kleine Erholungspausen zwischen den richtig langen Belichtungen, die er durchführt. Er belichtet zwar nicht so rekordverdächtig lange wie Michael Wesely, der für seine Langzeitbelichtungen von bis zu 26 Monaten bekannt ist, aber als Fotograf der eine analoge Großformatkamera verwendet, ist er es gewohnt ein paar Stunden zu warten, bis ein Foto belichtet ist. Die langen Wartezeiten sind technisch bedingt: einerseits durch die exponentiell sinkende Empfindlichkeit des Films bei Belichtungszeiten von über einer Sekunde (Schwarzschild-Effekt), und andererseits durch die sehr kleinen Blendenöffnungen, die beim Großformat benötigt werden, um eine für Landschaftsaufnahmen ausreichende Schärfentiefe zu erzielen. Während es bei Kameras mit APS-C- oder Kleinbild-Sensor üblich ist bis auf f/11 bzw. f/16 abzublenden, so muss bei einer Großformatkamera auf f/64 bis f/128 abgeblendet werden. Alleine dadurch verlängert sich die Belichtungszeit um den Faktor 16 bis 64. Was solche Belichtungszeiten ermöglichen, sind sehr minimalistische Landschaftsaufnahmen, die frei von jeglicher Bewegung sind. D.h. Wolken, Sterne und Wasser werden gar nicht eingefangen.

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© Paul Thompson

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‘Dubai Flow Motion': Rob Whitworths neustes Time-Lapse-Meisterwerk


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Rob Whitworth ist einer der bekanntesten Vertreter des Zeitraffervideo-Genres. Mit seinen Time-Lapse-Videos, wie den letztjährigen Barcelona GO! und Enter Pyongyang, verschiebt er die Grenzen des technologisch machbaren immer weiter. So gut wie jedes seiner bisherigen Videos hat sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet. Mit seinem neusten Werk „Dubai Flow Motion“, hat er sich, wie ich finde, selbst übertroffen. Die unverwechselbaren Kamerafahrten, Zooms und Perspektivenwechsel bieten eine einzigartige Rundfahrt durch Dubai. In einem Moment ist die Kamera am Boden, im nächsten im Flugzeug und im darauffolgenden auf dem Dach des höchsten Gebäudes der Welt – nur um anschließend gerade nach unten durch die Stockwerke fallend wieder auf dem Boden zu landen.

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Das Foto-Tagebuch


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Vor nicht allzu langer Zeit habe ich angefangen „Foto-Tagebuch“ zu führen. Da ich kein besonders disziplinierter Mensch bin, sind die einzelnen Einträge, in Gestalt von Notizzetteln, mittlerweile zu einem chaotischen Haufen auf dem Tisch angewachsen. Auf diesen schreibe ich auf, wie lange ein Fotospaziergang gedauert hat, welche Ausrüstung ich mitgenommen habe und weitere Infos, wie etwa Anmerkungen zu „Locations“, Lichtsituationen und Motiven, die zu besonders guten Fotos geführt haben. Das lückenhafte „Foto-Tagebuch“ führe ich aus reiner Neugier, was so viel heißt wie, dass ich nicht vorhabe die Daten statistisch auszuwerten und diverse Grafen in Excel zu erstellen. Wichtiger als konkrete Zahlen finde ich qualitative Daten. Auch wenn sich beispielsweise herausstellen würde, dass ich genau um 10:30 in der Früh die besten Fotos mache, könnte ich – da ich zu dieser Uhrzeit meistens sowieso in der Arbeit bin – mit diesem Wissen nicht viel anfangen. Trotzdem finde ich, dass sich aus einem Foto-Tagebuch viele Erkenntnisse gewinnen lassen. Interessant, jedoch nicht besonders wertvoll, fand ich, dass mein typischer Fotospaziergang zwischen eineinhalb und zwei Stunden dauert und dass ich meistens nur eine einzige Kamera mitnehme. Deutlich wertvoller haben sich die Infos zu Locations und Motiven erwiesen, besonders an den Tagen, an denen man nicht viel Zeit hat, um auf Motivsuche zu gehen.

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‘I Am Sitting In Stagram': Pete Ashton macht Generationsverlust sichtbar


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Wir RAW-Fotografen sind vielleicht nicht das Zielpublikum des Projekts „I Am Sitting In Stagram“, denn uns sind die Nachteile von Dateiformaten mit verlustbehafteter Kompression bestens bekannt. Obwohl es mehr Speicherplatz braucht und ohne Konverter weder geöffnet noch betrachtet werden kann, gibt es viele gute Gründe auf das „digitale Negativ“ zu setzen. Einer der wichtigsten, neben der besseren Bildqualität, ist die größere Flexibilität beim Bearbeiten der Fotos.

Viel Pixelpeeper meinen, JPGs mit einer Kompressionsrate von 85% würden bereits schrecklich aussehen. Richtig schlimm wird es aber wenn ein JPG wiederholt verlustbehaftet gespeichert wird. Im Internet geschieht das besonders oft, vor allem wenn auf einer Webseite ein interessanter Artikel erscheint, den anschließend viele andere Seiten aufgreifen. Verbreitet sich der Artikel wie ein Lauffeuer, wird das Titelbild viele Male in Folge komprimiert hochgeladen und erneut komprimiert gespeichert. Je öfter das geschieht, umso weiter verschlechtert sich die Bildqualität. Diese zunehmende Qualitätsverschlechterung von Kopie-Generation zu Kopie-Generation nennt man Generationsverlust.

Inspiriert von Alvin Luciers Experiment „I Am Sitting in a Room” – bei dem es um Generationsverlust im Audio-Bereich ging – lud der Künstler Pete Ashton ein Selbstportrait auf Instagram hoch, machte ein Screenshot des Fotos und lud es erneut hoch. Er wiederholte das Ganze 90 Mal. Das folgende Raster verdeutlicht die zunehmende Qualitätsverschlechterung. Oben links ist das Original, unten rechts die Kopie der 90. Generation:

grid© Pete Ashton

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