Das Urheberrecht und der Fall Richard Prince


Habt ihr schon vom kontroversen US-amerikanischen Maler und Fotografen Richard Prince gehört? Falls nicht, er ist ein bekannter Vertreter der Appropriation Art – unter Fotografen berüchtigt dafür Werke anderer Künstler nur minimal zu ändern und sie buchstäblich als seine eigenen zu verkaufen.

Man würde meinen, dass solches Vorgehen gegen das Urheberrecht verstoßen würde, wie man aber am Beispiel des Rechtsfalls Cariou v. Prince sieht – welcher nach langem Hin und Her im Frühling 2014 mit einer Einigung zum Abschluss gebracht wurde – sind sich auch die Gerichte in den USA darüber uneinig, ob Princes Arbeiten Plagiate oder selbstständige Werke sind. Unten habe ich ein Beispiel eingefügt, damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, wie Prince fremde Werke verändert. Links seht ihr das Foto vom Fotografen Patrick Cariou, so wie es in 2000 in seinem Fotobuch Yes, Rasta abgedruckt wurde; rechts die Veränderung seitens Prince. Ich denke, es leuchtet einem sofort ein, wieso Cariou Prince in 2009 verklagt hat.

Cariou-vs-Prince-Yes-Rasta

Quelle: petapixel.com

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Sigma DP3 Quattro Linksammlung: Tests, Beispielbilder, Videos


Bisher wurden nur wenige Tests der Sigma DP3Q veröffentlicht, da aber alle Quattros das gleiche Innenleben und Gehäuse haben, stellt lediglich das Objektiv der 3er eine unbekannte Größe dar. Bei der DP3 Merrill kommt zwar das gleiche 50mmm f/2.8 Objektiv zum Einsatz, allerdings projiziert es die Aufnahmen auf einen Sensor mit 14,7 anstatt 20 MP. Um entscheiden zu können, ob die Kamera für einen in Frage kommt, führt daher kein Weg an vollaufgelösten Beispielbildern vorbei. Die Links zu verkleinerten Samples habe ich eingefügt, damit man sich einen Eindruck von den Aspekten der Bildqualität verschaffen kann, für deren Beurteilung die Auflösung keine Rolle spielt – wie es etwa beim Bokeh der Fall ist. Die restlichen Infos lassen sich den Reviews der DP1Q und DP2Q entnehmen.

Sobald weitere Testberichte und Fotos veröffentlicht werden, werde ich die Linksammlung aktualisieren. :)

sigma-dp3-quattro

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Kleine Menschen, große Landschaften: Dr. Nicholas Roemmelts unglaubliche Selbstaufnahmen


Man würde meinen dass ein Zahnarzt, der eine Privatpraxis betreibt, nicht die Zeit hätte, um entlegene Naturlandschaften aufzusuchen und sich ernsthaft mit Landschafts- und Tierfotografie zu beschäftigen. Jedoch beweist der in Tirol ansässige Dr. Nicholas Roemmelt dass es sehr wohl möglich ist den Spagat zwischen herausforderndem Beruf und zeitintensivem Hobby zu bewältigen. Dabei ist sein Portfolio kein bisschen weniger beeindruckend als jene vieler namhafter Profi-Fotografen. Dennoch sind es nicht etwa seine Landschafts- und Tieraufnahmen, sondern seine unglaublichen Selbstaufnahmen, die seit Tagen im Internet die Runde machen und die mich auf ihn aufmerksam gemacht haben. Ich verwende bewusst das Wort „Selbstaufnahme“, denn mit üblichen Selbstporträts, geschweige denn Selfies, haben diese Fotos nichts gemein.

Nicholas-Roemmelt-1

© Nicholas Roemmelt

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Auch Großkonzernen ist die Gratiskultur nicht fremd


Üblicherweise sind es Unternehmen aus dem Intellectual-Property-Bereich, die auf „Raubkopierer“ und die „Gratiskultur“ im Internet schimpfen. Gemeint sind die Leute, die Inhalte (Musik, Filme, Videospiele…) herunterladen, ohne für diese zu bezahlen. Wie man aber anhand der unteren beiden Beispielen sehen kann, sind es längst nicht nur Otto-Normal-Internetnutzer, die kein Verständnis dafür haben, dass die im Kreativbereich tätigen Menschen ebenfalls Rechnungen bezahlen und essen müssen. Auch Großkonzerne werden immer geiziger – jedoch auf eine noch abscheulichere Art.

Wie man den unteren Screenshots entnehmen kann, möchte „Miller Lite“ – ein Brand der Miller Brewing Company, der zweitgrößten US-amerikanische Brauerei – ein Foto umsonst haben, um es für Fernsehwerbung zu nutzen. D.h. man ist auf der einen Seite nicht bereit das Foto zu lizenzieren und die Fotografin Nikki May für ihre Arbeit gebührend zu entlohnen, auf der anderen ist das Geld offensichtlich für eine um mehrere Größenordnungen teurer Werbekampagne im Fernsehen vorhanden. Man ist nicht einmal bereit die Fotografin zu erwähnen bzw. entsprechend zu würdigen. Nur „Stolz“ wird als Entlohnung in Aussicht gestellt. Wie ich finde, muss man so etwas weder verstehen, noch sich als Fotograf gefallen lassen.

originalshot

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Makrofotografie ist nicht wie Fahrradfahren


Es heißt, Fahrradfahren verlernt man nicht. Leider ist Makrofotografie nicht wie Fahrradfahren – zumindest ist das mein Eindruck, nach den ersten beiden Makro-Touren der Saison. Mir ist zwar bewusst, dass ich die Blende weiter schließen soll – darauf hat mich auch der Leser Jürgen Rötzsch aufmerksam gemacht – aber irgendwie wollte das die letzten beiden Male nicht klappen. Blende ich auf f/8 oder f/11 ab, erleichtert mir die größere Schärfentiefe das Scharfstellen. Die Fotos sehen auch stimmiger aus, weil die Augen nicht zuerst das ganze Foto nach einer scharfen Stelle durchsuchen müssen. Leider wird es umso schwieriger das Foto fehlerfrei einzufangen, je weiter man abblendet. Da ich so gut wie ausschließlich aus der Hand fotografiere, fällt es mir schwer die DP3M ruhig genug zu halten, wenn die Belichtungszeit unter 1/250 rutscht. Zumindest bei Abbildungsmaßstäben von 1:3 und größer, denn bei sonstigen Motiven stellen Belichtungszeiten von 1/100 und länger für gewöhnlich kein Problem dar. Ich weiß dass mir früher immer viel geholfen hat, die Arme bzw. Ellbogen an etwas anzulehnen. Eine weitere Möglichkeit war es den Trageriemen zu verkürzen und die Kamera vom Körper wegzudrücken – anscheinend zittern die Hände deutlich weniger, wenn die Muskeln etwas zu tun bekommen. Das hat allerdings die letzten beiden Male wenig gebracht. Von allen Fotos, die ich bei f/8 bzw. f/11 geschossen habe, ist nur ein einziges scharf geworden.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution) Weiterlesen

Echt oder gephotoshopt? :-)


Wie viele andere Blogger habe ich gar nicht mitbekommen, dass Adobe bereits im Februar – anlässlich des 25. Geburtstags von Photoshop – einen kurzweiligen „Real or Photoshop“-Test auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Die Aufgabe erscheint auf den ersten Blick einfach: man bekommt 25 Fotos nacheinander gezeigt und muss erraten ob es sich dabei um authentische Fotos oder dem Photoshop entsprungene Fotomanipulation handelt. Wie aber Adobe selbst auf der Landing-Page schreibt, manche Bilder sind so unglaublich, dass man ohne Pixelpeeping nur schwer sagen kann, ob sie echt oder getürkt sind. Ein gutes Beispiel ist das folgende „Roof-Topping“-Foto. Was meint ihr, „Real or Photoshop“? :)

Real-or-photoshop-test-2 Weiterlesen

Die Makro-Saison ist eröffnet!


Wer, so wie ich, dazu neigt im Winter Fettreserven anzusetzen und diese schnell verbrennen möchte, sollte es mit Makrofotografie versuchen. ;) Nein, ich scherze nicht: das Couch-Potato-Dasein fristend, vergisst man während der kalten Jahreszeit allzu leicht, wie anstrengend die Jagd nach Sechs- und Achtbeinern sein kann, bis einen im Frühling, während der ersten Makro-Tour der Saison, Knie-, Rücken- und Muskelschmerzen daran erinnern. Zweifellos ist das ein Zeichen dafür, dass sich der über den Winter vernachlässigte und hoffnungslos eingerostete Körper gegen die Strapazen wehrt, die ihm sein erbarmungsloser Besitzer auferlegt. „Bück dich! Leg dich hier ins Graß! Knie dich hin! Steh wieder auf!“, und das mehrere Stunden lang so. Nach der Fototour fühlt man sich wie nach einem längeren Aufenthalt im Fitnessstudio. Ich kann die armen, wegkrabbelnden bzw. –fliegenden Insekten und Spinnentiere daher gut verstehen. Von wegen die wären von Natur aus scheu. Wer würde nicht beim Anblick eines verschwitzten, außer Atem geratenen Riesen, der versucht einem auf die Pelle zu rücken, in panischer Angst fliehen? ;)

Ich möchte gar nicht wissen, wie die Tour verlaufen wäre, wenn ich meine große Sigma, statt meiner leichten Makro-Kombi (DP3M / Marumi DHG200 +5), dabei hätte. :)

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Andreas Lies Doppelbelichtungen: Wildtiere und Landschaften als ein und dasselbe


Wie jede andere Aufnahmetechnik, werden auch Doppelbelichtungen überwiegend aufgrund des visuellen Effektes eingesetzt und nicht etwa weil man nach sorgfältiger Überlegung zum Schluss gekommen ist, dass das Foto dadurch inhaltlich oder ästhetisch aufgewertet wird. Oft nimmt man an, dass man mit einer mehrfachen Belichtung eine schlechte Aufnahmetechnik bzw. ein langweiliges Motiv kaschieren oder interessant machen kann, was natürlich ein großer Irrtum ist. Genau genommen, wird durch Mehrfachbelichtung der Aufnahmeprozess um einiges komplexer, was die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Aufnahme – und damit ist ein Bild gemeint, das sich andere gerne ansehen – noch schwieriger macht. Eine solche Aufnahme will gut überlegt sein.

Da sich die meisten Anfänger dessen nicht bewusst sind, wird man beim Surfen durch das Internet von mehrfachbelichteten Bildern überschwemmt – kurioserweise sind es hauptsächlich Porträts, die in meinen Augen keinen Sinn ergeben – an denen man sich sehr schnell satt gesehen hat.

Andreas Lies Doppelbelichtungen sind da anders. Sie wirken gut überlegt und auf den Punkt gebracht. Der Bildstill erinnert mich an japanische Tuschmalerei, die ich schon immer faszinierend fand. Auch die Botschaft, dass Wildtiere und ihre Lebensräume ein und dasselbe sind, gefällt mir! :)

Thanks for all the kind words and support! #wolf

A photo posted by Andreas Lie (@artworkbylie) on

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Lightroom 6 und die GPU-Verlangsamung


Als ich Anfang letzten Jahres von Lightroom 3.5 auf 5.6 geupdatet habe, bemerkte ich bereits nach wenigen Fotos, dass die neue Version bei mir langsamer läuft. Eigentlich sollte eine neue Version einer Bildbearbeitungssoftware noch besser optimiert und performanter sein als die alte. Zumindest sofern sich nichts an der Fotoausrüstung, wie etwa die Anzahl der MP und die Dateigröße, geändert hat – was bei mir auch nicht der Fall war, da ich sowohl vor, als auch nach dem Update die Merrills im Einsatz hatte. Ich hegte die Hoffnung auf eine Performancesteigerung mit der Version 5.7 – doch daraus wurde leider nichts. Im Nachhinein bin ich sogar glücklich, dass 5.7 bei mir genauso schnell/langsam läuft wie 5.6. Denn wie seit dem Release in einschlägigen Foren zu lesen ist, läuft 5.7 bei manchen Fotografen deutlich langsamer als die Vorgängerversion. Man würde meinen, dass Adobe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und dass zumindest die nächste Version mit der runden Zahl nicht nur durch neue Features, sondern auch durch eine deutlich bessere Performance glänzen würde. Doch wie ich heute Abend auf heise.de lesen konnte (ich weiß, ich bin etwas spät dran), ist LR 6 noch deutlich langsamer als 5.7. Und das trotz (oder gerade wegen?) der gehypten GPU-Beschleunigung.

Adobe-Lightroom-logo

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Die folgenden Videos veranschaulichen den Unterschied zwischen CCD- und CMOS-Sensoren


Die Erfinder des charge-coupled device (CCD), Willard Boyle und George E. Smith, hätten sich wahrscheinlich nie träumen lassen, dass ihre Erfindung eines Tages den Film obsolet machen und Kodak in den Ruin treiben wird. Jedoch wurde kurz nach deren Entwicklung in 1969 bemerkt, dass CCDs lichtempfindlich sind. Bereits ein Jahr später wurde aus den CCDs, die ursprünglich für die Datenspeicherung entwickelt wurden, der erste Sensor gebaut und ab Mitte der 1970er steckten dessen hochauflösenden Nachfahren in so mancher Fernsehkamera. In 1976 entwickelt Bryce Bayer, einer der führenden Physiker bei Eastman-Kodak, die Bayer-Matrix und ermöglichte somit den Einzug von CCD-Sensoren in Fotokameras und letztendlich den Untergang des Unternehmens, für das er arbeitete. Fortan steckten CCDs in so gut wie jeder Digitalkamera, bis sie vor ungefähr 6 oder 7 Jahren von CMOS-Sensoren nach und nach vom Markt verdrängt wurden. Die im Hinblick auf den Readout schnelleren und bei hohen Empfindlichkeiten weniger rauschenden CMOS-Sensoren boten genau die Vorteile und Features, von denen das Fotografen- und Filmervolk die ganze Zeit geträumt hat: wahnwitzig hohe ISO-Zahlen und Full-HD- bzw. 4k-Video. ;)

In den beiden Videos, die ich unten eingefügt habe, seht ihr die Funktionsweise von CCD- und CMOS-Sensoren. Die ersteren nehmen das ganze Bild auf einmal auf (s.g. Global-Shutter) und speichern es direkt auf dem Sensor. Die Werte werden auf dem Sensor sequentiell kopiert, bis sie letzten Endes ausgelesen und dem Bildprozessor weitergereicht werden können.

© Raymond Sirí

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