Das SIGMA 50mm F1,4 DG HSM | Art unter der Lupe


Hallo ihr Lieben,

Wie vielleicht viele von euch schon bemerkt haben, habe ich zwei Objektive, die mich die meiste Zeit begleiten. Diese beiden Optiken haben mich noch nie enttäuscht und sind bei jeder Gelegenheit eine gute Wahl. Die Rede ist natürlich vom SIGMA 50mm F1,4 DG HSM | Art und vom SIGMA 24-105mm F4 DG OS HSM | Art. Und für diesen Objektivtest habe ich mich dazu entschlossen, das schon oft bewährte SIGMA 50mm F1,4 DG HSM | Art noch einmal auf Herz und Nieren zu testen. Dafür habe ich zwei aussagekräftige Tests gemacht. Für alle unter euch, die technisch versiert sind und sich über alle Facetten ihrer Optiken informieren wollen, kann ich diese Tests empfehlen. Ich werde sie im Folgenden kurz erklären und euch erzählen, wie meine Optik so abgeschnitten hat.

AUTOFOKUS-TEST:

Ein erster,  sehr wichtiger und aussagekräftiger Test ist der Autofokus-Test. Viele Objektive haben von Anfang an kleinere oder größere Fehler beim Autofokus. Dabei handelt es sich um Abweichungen, die nach hinten oder nach vorne fallen können. Das nennt man auch Back- oder Frontfocus. Bei den meisten Kameras ist es möglich, den Autofokus im Menü bis zu einem gewissen Grad manuell zu korrigieren.

Getestet kann das Autofokus natürlich bei jedem Bild werden, das man macht. Man kann sehen, ob der Fokus sitzt oder zu weit vorne bzw. hinten ist. Natürlich gibt es aber auch eine genauere und standardisierte Art dieses Tests. Die Firma LensAlign produziert Equipment, das diese Tests vereinfacht. Bei Autofokus-Tests wird offenblendig fotografiert, um das Ergebnis besser zu erkennen. Durch die offene Blende wird die Schärfeebene kleiner und man kann dadurch den Fokuspunkt besser bestimmen.

Autofokus1.png

Der Autofokus-Test sollte bei gleichmäßigem und natürlichem Licht durchgeführt werden. Weder grelles Sonnenlicht noch dunkle Räume eignen sich dafür. Die Kamera wird auf einem Stativ angebracht und die Testapparatur auf einem anderen. Mit einem Entfernungsmesser wird der Abstand zwischen den beiden Stativen gemessen und nach den Vorgaben von LensAlign ausgerichtet. Bei einem 50mm Obektiv auf einer Vollformatkamera sind das 1,2 Meter. Bei einem 85mm 1.8 wären es beispielsweise 2,1 Meter. Wichtig ist bei diesem Test, dass Kamera und die Testplatte (die sich in der Mitte der leicht gekippten Skala befindet) parallel zu einander stehen. Das ist der Fall, wenn der rote Punkt hinter der Platte sichtbar wird. Dieser wird nach der Ausrichtung mit einem Magneten verschlossen, um nicht abzulenken. Anschließend wird bei komplett geöffneter Blende fotografiert. Es sollten mehrere (circa drei) Bilder gemacht werden, um das Ergebnis besser sichtbar zu machen und Fehler zu minimieren. Ich habe auch Testbilder mit einer Blende geschlossen (f2) gemacht. Bei diesen war jedoch die Schärfeebene schon zu groß, um das Ergebnis zu erkennen.

Autofokus2.png

Bei genauerem Betrachten erkennt man, dass die vordere 8 etwas mehr in der Fokusebene liegt als die hintere. Das 50mm F1,4 DG HSM | Art in Kombination mit der Canon EOS 5D MarkIII, das ich getestet habe, hat einen leichten Frontfokus. Das lässt sich erkennen, weil die vordere 8 und 16 etwas mehr fokussiert sind als die hinteren Ziffern.

Unter dem Programmpunkt „Objektivkorrektur“ können Feinheiten beim Autofokus verstellt und somit leichte Front- oder Backfokus behoben werden. Nach diesen Einstellungen wird der Test wiederholt, bis die Schärfe sich genau in der Mitte des Messfeldes befindet.

VIGNETTIERUNGSTEST:

Vignettierung ist einer der sieben Abbildungsfehler der Fotografie. Unter Vignettierung versteht man den Luminanzabfall am Rand eines Bildes. Also einen dunklen Rand, der sich um das Foto (besonders in den Ecken) zieht. Vor allem beim Fotografieren mit offener Blende tritt dieser Fehler vermehrt auf. Auffällig ist auch, dass das Problem bei Weitwinkelobjektiven präsenter ist als bei Normalbrennweiten ober Teleoptiken. Diesen Abbildungsfehler kann man digital oder auch durch Einstellungen an der Kamera korrigieren. Durch einfaches Abblenden kann die Vignettierung verschwinden oder weniger werden. Umso hochwertiger das Objektiv ist, desto geringer ist auch dieser Abbildungsfehler. Viele Kameras, darunter auch meine Kamera, die Canon EOS 5D MarkIII, verfügen über eine Einstellung, die die Vignettierung automatisch aufhellt. Für diesen Versuch wurde diese Einstellung jedoch deaktiviert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen und es richtig interpretieren zu können.

Bei dem Vignettierungstest wird bei Normalbelichtung und komplett geöffneter Blende ganz gerade auf die leuchtende Fläche des Overheadprojektors fotografiert. Das gleiche wird dann bei verschiedenen Blendenstufen wie der kritischen Blende des Objektivs, f8 und f16 wiederholt. Die entstandenen Bilder werden in Lightroom in TIFFs umgewandelt. Danach kommt die Software MAtLAB Handle Graphic zum Einsatz. Das Programm analysiert vor allem die Luminanzwerte des Bildes. Deshalb ist die Anzahl an Farbkanälen irrelevant. Die Bilder mit den unterschiedlichen Blendeneinstellungen werden anschließend einzeln in die Software eingespielt und ausgewertet. Zu jedem Bild werden zwei Diagramme errechnet.

Das Ergebnis zeigt, dass das Sigma 50mm 1.4 DG HSM Art eine eher schwache Vignettierung aufweist. Es bewegt sich in einem Bereich, der leicht korrigierbar ist. Mit der Vignettierungskorrektur, die in der Kamera integriert ist, konnte ich sehr viel ausbessern und mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Lightroom kann der Rest gut korrigiert werden. Sowohl bei Offenblende als auch bei kritischer Blende sind die Ergebnisse des Tests in Ordnung.

vignette1vignette2

Diese Tests haben mir ein weiteres Mal bewiesen, dass mein SIGMA 50mm 1.4 DG HSM Art absolut zu Recht zu meinen All-Time-Favoriten gehört. Besonders aus dem Autofokus-Test kann man meiner Meinung nach viel lernen. Dieser Test sollte in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um das Optimum aus seinen Objektiven herauszuholen. Dazu braucht man auch nicht zwingend ein teures Equipment, denn dieser Test kann beispielsweise mit einem Lineal oder einer selbstgebastelten Leiste nachgemacht werden.

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