Inge Morath


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Foto: Inge Morath

„Fotografie ist ein seltsames Phänomen. Trotz der Verwendung dieses technischen Geräts erzeugt die Kamera, nein zwei Fotografen, selbst wenn sie zur selben Zeit am selben Ort gewesen sind, dieselben Bilder. Von Anfang an ist also die persönliche Vision normalerweise immer schon da; das Ergebnis einer besonderen Chemie zwischen Hintergrund und Emotionen, Traditionen und ihrer Ablehnung, zwischen Vernunft und Voyeurismus. Man vertraut seinem Auge und kann nicht anders, als seine Seele zu entblößen. Aus reiner Notwendigkeit heraus findet die Vision die passende Form, um dieser Ausdruck zu verleihen.“

Inge Morath, Life as a Photographer, 1999

Ihre Handschrift waren nicht inszenierte Bilder und sie wurde nie müde, zu betonen, dass sie viel lieber Alltägliches mit ihrer Kamera einfing,  als auf großen Events fotografieren zu dürfen.

In ihrer fast 50-jährigen Karriere als Fotografin hat sie Berühmtheiten wie Marilyn Monroe oder  Jayne Mansfield abgelichtet – und trotzdem galt ihr Interesse unbekannten Menschen auf der ganzen Welt.
Sie reiste um die Welt, stets auf der Suche nach dem, was ein Land und die Leute dieses Landes ausmacht. Ihre Absicht war es,  das Typische, das Alltägliche und die Seele eines Ortes mit ihren Fotos einzufangen. So wurde sie mit ihrer Art zu fotografieren zu einer der großen Ikonen der Presse- und Reisefotografie.

Die Rede ist von Inge Morath.

Geboren 1923 in der österreichischen Stadt Graz, kam sie durch die Arbeit ihrer Eltern (beide waren Wissenschaftler) bereits als Kleinkind viel um die Welt. Schon früh galt ihre Leidenschaft dem Erlernen von Sprachen und sie entschloss sich, Romanistik und Sprachwissenschaften in Berlin zu studieren. Auch für ihre spätere Karriere als Fotografin blieb das Erlernen der Landessprache ein wichtiger Schritt zur Entdeckung und zum Kennenlernen der Seele eines Landes.

Zur Fotografie kam sie über Umwege, denn die Sprachwissenschaftlerin arbeitete zunächst als Journalistin in Wien und Salzburg und war ab 1949 als Textredakteurin bei der namhaften  Fotoagentur Magnum beschäftigt.
Fast unausweichlich kam sie dort mit der Fotografie in Berührung und hatte die Möglichkeit, von Simon Guttmann zu lernen. 1953 wurde sie schließlich als zweite Fotografin bei Magnum unter Vertrag genommen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 1956 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Guerre à la tristesse“. Im selben Jahr wurde auch ihre erste Ausstellung eröffnet.  Sie begann bald, für Filmproduktionen zu arbeiten, und lernte dabei ihre große Liebe und ihren zweiten Ehemann Arthur Miller kennen.

Sie veröffentlichte im Laufe ihres Lebens zahlreiche Bücher und ihrer Arbeit waren und sind zahlreiche Ausstellungen auf der ganzen Welt gewidmet. Sie hörte nie auf, sich neuen Projekten zu widmen, selbst im hohen Alter nicht. Und das ist es auch, was mich an Inge Morath so fasziniert. Sie hat nicht nur mit Fotografie gearbeitet, sie hat die Fotografie gelebt.

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Foto: Inge Morath

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Foto: Inge Morath

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Foto: Inge Morath

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Foto: Inge Morath

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