Unequal Scenes


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Drohnenfotografie und die damit immer beliebter werdende Vogelperspektive  sind ohne Frage seit einiger Zeit als deutlicher Trend in der Welt der Fotografie erkennbar.

Kein Wunder, ermöglichen sie einem doch eine Perspektive einzunehmen, welche einem sonst als Mensch eher verwehrt blieb.

Diese neuen Perspektiven sind es auch, die die Arbeit von Johnny Miller ausmachen. Der Fotograf hat sich in seinen letzten Projekten der Drohnenfotografie gewidmet und das, was er fotografiert, sind nicht atemberaubende Landschaften oder spektakuläre Stadtbilder. Er verdeutlicht damit vielmehr die drastischen Kontraste zwischen Arm und Reich.

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Manche Städte und Gegenden dieser Welt sind besonders von solchen Divergenzen betroffen. Eine dieser Regionen ist Südafrika.
Obwohl die Apartheid, die staatlich festgelegte und organisierte „Rassentrennung“, schon seit mehr als 20 Jahren abgeschafft ist, ist in Südafrika von Gleichberechtigung und Chancengleichheit bis heute noch wenig zu sehen.  Zu Zeiten der Apartheid wurden die Lebensräume in Südafrika streng getrennt, was auch auf die Stadtplanung und die Architektur großen Einfluss hatte. Als Barrieren zwischen diesen Zonen wurden oft Straßen, Flüsse, Mauern oder auch eigens angelegte Wälder genutzt. In der Apartheid-Ära war diese Segregation allgegenwärtig, kein Geheimnis und auf den ersten Blick erkennbar. Heute, so sollte man annehmen können, ist dies nicht mehr der Fall. Dass es in einer Stadt ärmere und reichere Gegenden gibt, ist normal und auch in Europa so. Doch die Bilder, die Johnny Miller mit seiner Drohne gemacht hat, zeigen , dass sich seit der Apartheid nicht so viel verändert hat, wie es sein sollte und könnte, und, dass die Grenzen zwischen extrem arm und reich dicht aneinander liegen. Oftmals sind sie nur durch einen Zaun oder eine Straße getrennt. Aus der Vogelperspektive wird diese Realität noch deutlicher.
Saftig grüne Golfplätze grenzen dort direkt an „Slum“-Wohnviertel, in denen es kein fließendes Wasser gibt. Luxuriöse Wohnressorts mit gepflegten Gärten und Swimmingpools liegen Seite an Seite mit Blechhütten, Müllbergen und Lehmstraßen.
Der amerikanische Fotograf verbrachte während seines Studiums Zeit an der Universität von Kapstadt und kam damals mit der absonderlichen  Art von Stadtplanung zu Zeiten der Apartheid in Berührung.  Als er sich dann eine Drohne zulegte, kam ihm die Idee, diese Kontraste innerhalb Kapstadts aus einer neuen Perspektive, nämlich von oben, zu zeigen.  Seine Arbeit stieß dabei nicht nur auf positive Resonanz. Trotzdem machte er weiter. Dass Südafrika nicht das einzige Land der Welt ist, wo solche Ungleichheiten herrschen, ist uns allen bewusst. Auch Johnny Miller reiste weiter, um diese Diskrepanz zwischen Reich und Arm aufzuzeigen und die Problematik als das, was es ist, zu zeigen, nämlich als globales Problem.  Mehr Fotos und alle Infos zu seinem Projekt findet ihr auf der Website von Unequal Scenes.

“My desire with this project is to portray the most Unequal Scenes around the world as objectively as possible. By providing a new perspective on an old problem, I hope to provoke a dialogue which can begin to address the issues of inequality and disenfranchisement in a constructive and peaceful way.”

—Johnny Miller

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Fotos: Johnny Miller

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Ein Gedanke zu „Unequal Scenes

  1. Wenn man die aggressive Fertilität der „Armen“ außer Acht lassen würde, könnte man glatt ein Unrecht auf diesen Bildern erkennen wollen.
    Sehr gefährlich nur den Bereich des Sichtbaren eine Stimme zu geben.

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