Westlicht Wien Ungarn 56 – Bilder einer Revolution


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Geflüchtete waren 2015 ein Riesenthema im europäischen Raum. Vor allem an Grenzgebieten merkte man die Aufregung und Ströme von Menschen, die Zuflucht suchten. Besonders betroffen waren dabei Ungarn und der Bahnhof in Budapest. Tausende Geflüchtete warteten dort auf Durchreiseerlaubnis und sammelten sich vor Ort. Diese Ereignisse fanden medial besonders viel Aufmerksamkeit und es entstanden beeindruckende fotografische Arbeiten. Diese Werke von zeitgenössischen Fotografen werden derzeit in der Galerie Westlicht in Wien ausgestellt und zeigen Abbilder der Geschehnisse an der österreichisch-ungarischen Grenze im Herbst 2015.

Diese Bilder erinnern an die Aufstände und die Niederschlagung der Revolution in Ungarn vor einem halben Jahrhundert, welche einen großen Flüchtlingsstrom von Ungarn Richtung Österreich mit sich zog, und werden daher im Ausstellungsraum zusammengeführt. Die Ausstellung „Ungarn 56“ reflektiert die Ereignisse mittels Dokumentarfotografie und veranschaulicht in den Schwarz-Weiß-Fotografien historische Begebenheiten. Fotos von internationalen Fotografen wie David Hurn, Mario de Riasi, Rolf Gillhausen und Erich Lessing berichten von Budapest 1956 in Magazinen wie „Life“ und „Stern“ und werden in Vintage Prints präsentiert.

Mich haben beim Anschauen dieser Bilder zwar einerseits die Brutalität und die Umgangsform mit den Aufständischen sowie die der polizeilichen Gewalt schockiert, andererseits hat mich die detaillierte Dokumentarfotografie beeindruckt. Die Serien lassen einen unverschonten Blick auf die Opfer und beteiligten jungen Männer und Frauen zu und zeigen Menschen mit Waffen und Panzern. In chronologischer Aufbereitung erfährt man als Besucher viel über ein bahnbrechendes Ereignis in der Geschichte Ungarns und lernt gleichzeitig viel über Humanität und was allein eine Hoffnung auf Demokratie bewirken kann. Die fotografischen Arbeiten dokumentieren hautnah das Geschehen.

Die Ausstellung lohnt sich für alle historisch Interessierten und führt Gegenwart und Vergangenheit gekonnt zusammen. Für alle, die in nächster Zeit nicht nach Wien kommen können: Neben der Ausstellung werden die Arbeiten und weitere Informationen in einem Buch zur Ausstellung festgehalten: „Ungarn 1956 /Erich Lessing & Michael Gehler. Berührendes Portrait einer gescheiterten Revolution – Jahrhundertfotograf Erich Lessing am Höhepunkt seines Schaffens“.

Westlicht Wien
Ungarn 56 – Bilder einer Revolution
20.10.2016 –  29.01.2017

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