Workflow: Weniger Rauschen durch gezielte Schärfung mit dem Korrekturpinsel


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Ich habe früher fast immer das ganze Bild geschärft. Manchmal gleich in Sigma Photo Pro (SPP), manchmal auch in Lightroom, nachdem ich zuvor die X3Fs entwickelt und als 16-Bit TIFFs exportiert hatte. Seitdem ich aber angefangen habe mit dem 150-600mm Contemporary Vögel zu fotografieren, schärfe ich verstärkt mit dem Korrekturpinsel in Lightroom. Der Grund dafür sind die kurzen Belichtungszeiten, die notwendig sind, um die flinken Motive ohne Bewegungsunschärfe ablichten zu können. Kurze Belichtungszeiten erfordern auch höhere Empfindlichkeiten, insbesondere wenn das Objektiv relativ lichtschwach ist.

Idealerweise möchte man mit der SD1 Merrill ISO100 verwenden, um ein rasiermesserscharfe und rauschfreie Aufnahme zu erhalten. Da man aber oft ISO200 und ISO400 verwenden muss, möchte man tunlichst vermeiden, das Rauschen mit der Schärfung noch weiter zu verstärken. Und genau hier kommt der Korrekturpinsel ins Spiel, mit dem man die Schärfung auf jene Bildteile beschränken kann, die von zusätzlicher Schärfe auch profitieren.

Nun möchte ich euch anhand des folgenden Fotos – welches zu den schärferen gehört, die ich mit dem 150-600 C und der SD1M gemacht habe – meinen Workflow erklären.

Sigma 150-600mm f/5-6.3 Contemporary & Sigma SD1 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Als erstes stelle ich die Schärfe in SPP auf den Wert -2 ein.

SPP-Einstellungen

Nachdem ich das X3F als 16-Bit TIFF exportiert und in Lightroom importiert habe, wähle ich den Korrekturpinsel aus und übermale den Vogel bzw. die Stelle im Bild, die geschärft werden soll. Man kann den kleinen Button anklicken, um die übermalten Bereiche rot anzeigen zu lassen.

Lightroom-Korrekturpinsel

Ich finde es aber einfacher den Belichtungswert auf beispielsweise +2 zu erhöhen, da der lästige Klick entfällt und ich jeden Pinselstrich gleich sehe. Wenn ich fertig bin, setze ich den Belichtungswert auf 0 zurück.

Lightroom-Korrekturpinsel-2

Ich verwende einen Schärfewert von 25, der m.E. dem Schärfewert von 0 in SPP entspricht.

Schauen wir uns nun einige 100% Crops aus demselben Foto an, welches zweimal unterschiedlich entwickelt wurde. Links ist jeweils die Bilddatei, die nur mit dem Korrekturpinsel in Lightroom (Schärfewert: 25) geschärft wurde, rechts jene die nur in SPP (Schärfewert: 0) geschärft wurde.

Vergleich-1

Vergleich-2

Ich habe lange hin und her geschaut und konnte keinen Unterschied im Hinblick auf die Schärfe ausmachen. Der Spatz sieht in beiden Fotos identisch scharf aus. Unten sieht man allerdings den Vorteil gezielter Schärfung. In der in SPP geschärften Bilddatei ist der Himmel nur ein kleines bisschen körniger, der Unterschied ist jedoch auffälliger in den dunkleren Bereichen des Fotos. Es sind keine „Welten“, wieso sollte man aber das Rauschen verstärken, wenn es auch anders geht? 😉

  1. Hallo Lars,

    Dein neues Objektiv (und natürlich Du) macht sehr feine Aufnahmen, die Farben und die Schärfe überzeugen!
    Selektives Schärfen finde ich gut , mache ich auch schon länger mit PS.
    Seit letztem Jahr verwende ich folgendes:
    http://blog.nicholas-roemmelt-photography.com/?p=1192
    Für mich die bislang effektivste Methode.
    Ich glaube da bin ich über einen Deiner immer wieder interessanten Berichte gestoßen, vielen Dank!

    Gruß
    Jürgen

    Antwort

    1. Vielen Dank Jürgen, sowohl für das Kompliment als auch für den Link. Ich werde das Workflow von Dr. Roemmelt ausprobieren. Ich kenne mich mit LR viel besser als mit PS aus. Daher ist das eine gute Gelegenheit sich in selektive Schärfung mittels PS einzuarbeiten. 😉

      Antwort

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