Lüfterwechsel: Nachbars Laptop überlebt Eingriff am offenen Herzen ;)


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Letzte Woche rief mich der Nachbar mit dem schönen Garten an, und meinte dass sein Laptop im Sterben liege. Surfen, Facebook, Skype, nichts ginge mehr, da sich das Notebook nach kürzester Zeit von alleine ausschalte. Gleich am Abend schaute ich mir den „todeskranken Rechenknecht“ an. Ich installierte ThrottleStop um die Temperatur auszulesen und mit dem integrierten CPU-Benchmark den Prozessor ins Schwitzen zu bringen. Und tatsächlich, der Prozessor erwärmte sich auf über 90°C, ohne dass der Lüfter ein Lebenszeichen von sich gab. Nach ein paar Minuten schaltete sich das Notebook aus, um den Prozessor vor dem Hitzetod zu bewahren. Da Notebooklüfter schwer aufzutreiben sind, stellte ich ThrottleStop so ein, dass das Programm gleich mit dem Windows startet und den Prozessor daran hindert hochzutakten. Dieser ging dann mit einem Takt von gerade mal 933 MHz zu Werke – was zwar die Performance halbierte, für’s Surfen/Skypen und Facebook dann aber doch reichte – und wurde so, auch ohne aktive Kühlung, zu keinem Zeitpunkt wärmer als 85°C. Der Nachbar klapperte in den darauffolgenden Tagen alle PC-Shops nach einem neuen Lüfter ab und wurde heute fündig. Nach der Arbeit kam ich vorbei und zerlegte das Notebook. Neben meinem Werkzeugkasten brachte ich auch die Sigma DP3 Merrill, den Marumi DHG200 und den Raynox DCR-250 mit, um den „Eingriff“ zu dokumentieren. 🙂

„Der chinesische Patient“: ein Lenovo B560 Baujahr 2010. Rechnet man aber Menschenjahre in „IT-Jahre“ um, so ist dieses Notebook mindestens 500 Jahre alt. 😉
Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Den Anfang macht man immer mit dem Entfernen des Akkus und der Wartungsklappe (soweit vorhanden). Darunter befinden sich meist weitere Schrauben, die man herausdrehen muss, um die obere Abdeckung und die Tastatur entfernen zu können.
Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)Im nächsten Schritt mussten Festplatte und CD-/DVD-Brenner entfernt werden, da deren Schrauben das weitere Zerlegen hindern können.
Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Nachdem sämtliche Schrauben auf der Unterseite abgeschraubt wurden (sogar die drei winzigen unter dem CD/DVD-Brenner), musste das Notebook umgedreht und eine kleine Plastikschiene direkt oberhalb der Funktionstasten (F1-F12) abgenommen werden. Darunter befand sich eine winzige Schraube, die losgeschraubt werden musste, um die Tastatur entfernen zu können.
Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Der nächste Schritt war etwas knifflig, da viele Bandkabel ausgesteckt werden mussten. Danach konnte die Tastatur und die obere Abdeckung entfernt werden, um zur Hauptplatine vorzudringen.

Drei weitere Bildschirmkabel (oben) und zwei weitere Kabel (rechts unten) für diverse Anschlüsse (USB, Audio-In/Out, usw.) mussten ausgesteckt werden, um die Hauptplatine ausbauen zu können.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

So sehen die Ober- und Unterseite der Hauptplatine beim B560 aus. Nach dem Lösen der drei Schrauben konnte ich den Lüfter, inklusive Heat-Pipe, abnehmen.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Die getrocknete Wärmeleitpaste war hart wie Stein. Der kleine Übeltäter war nicht verstopft, trotzdem war der Motor defekt.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Auf der CPU war auch jede Menge getrocknete Wärmeleitpaste, die mit nassen Wattestäbchen vorsichtig von beiden Chips (CPU und GPU, nehme ich an…) gelöst werden musste.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill + Marumi DHG200 + Raynox DCR-250 (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill + Marumi DHG200 + Raynox DCR-250 (volle Auflösung - full resolution)Sigma DP3 Merrill + Marumi DHG200 + Raynox DCR-250 (volle Auflösung - full resolution)Danach habe ich frische Wärmeleitpaste auf die sauberen, trockenen (!) Chips aufgetragen – aber nicht zu dick – und den Lüfter samt Heat-Pipe montiert.
Anschließend wurde das Notebook zusammengebaut und eingeschaltet. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war das Warten auf das Erscheinen des Windows-Logos nervenaufreibend.

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Nach dem erfolgreichen Windows-Start habe ich als erstes ThrottleStop gestartet und den Prozessor 20-30 Minuten lang mit dem CPU-Benchmark gequält. Da der neue Lüfter sofort angesprungen war, kletterte die Temperatur der beiden Kerne zu keinem Zeitpunkt über 74°C. Der Lüfterwechsel war damit ein voller Erfolg! 🙂

Screenshot-ThrottleStop

Das Schwierige an solchen Wartungsarbeiten ist das Zusammenbauen. Wer nicht feinmotorisch veranlagt und technikversiert ist, wird seinen Laptop eher kaputtmachen als reparieren. Ich rate euch deswegen davon ab, selbst so etwas zu machen. Überlasst das besser einem Nachbarn/Bekannten, der sich auskennt, oder einem Profi. 😉

  1. […] Maßbandes, um zu ermitteln welchen Abbildungsmaßstab die Kombi erreicht. Außerdem habe ich den Lüfterwechsel beim Laptop meines Nachbars mit der besagten Ausrüstung dokumentiert. Aber auch jene Fotos sind nicht gerade das, was ich […]

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