Foveon Workflow: Blaukanal-Trick für Quattros mittels X3F Tools?


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Da der Blaukanal-Trick mit Quattro-X3Fs nicht funktioniert, habe ich vor einer Woche versucht herauszufinden, ob es eine Alternative zu SPP und diesem Workflow gibt. Zur Erinnerung: Der Blaukanal-Trick ist ein Workflow in SPP, der bei der Umwandlung von Marrill-X3F in Schwarz-Weiß verwendet wird, um das Rauschen zu reduzieren. Dieser Workflow, der dem nur die Bildinformation aus dem überraschend rauschfreien Blaukanal verwendet wird, führt bei Quattro-X3Fs nicht zum gewünschten Ergebnis. Wie erwartet findet eine Veränderung der Tonwerte statt, jedoch wird das Rauschen nicht reduziert.

Farbmischer-Blaukanal

Letzte Woche habe ich untersucht, ob es mit RawDigger – einem RAW-Konverter, der über sehr interessante Funktionen verfügt – irgendwie geht. Mit RawDigger ließ sich die Blauschicht extrahieren und als TIFF-Datei speichern, das Ergebnis war aber nicht überzeugend. Das Rauschen in den mittleren Grautönen war zwar geringer, in besonders dunklen Bereichen war jedoch sehr helles Luminanzrauschen zu sehen, welches dem Rauschen in Langzeitbelichtungen ohne Dunkelbildabzug zum Verwechseln ähnlich aussah. Da solch helles Rauschen in den tiefsten Tiefen durch den immensen Kontrastunterschied um einiges leichter auffällt, als das recht kontrastlose Rauschen in den Mitteltönen, fand ich dass die in SPP entwickelten Fotos unterm Strich besser aussehen.

In der Zwischenzeit habe ich X3F Tools 0.54 alias Kalpanika unter die Lupe genommen. Interessanterweise verfügt auch dieser RAW-Konverter über die Funktion, die Blauschicht eines Quattro-X3Fs zu extrahieren und als TIFF-Datei zu speichern. Die Befehlskette, die man in der Windows-Kommandozeile eingeben muss, lautet: x3f_extract –qtop –tiff und dann, abhängig davon ob man die Blauschicht aus einzelnen X3Fs oder sämtlichen X3Fs im Ordner C:\Benutzer\Benutzername extrahieren möchte entweder Dateiname.X3F oder *.X3F eingeben und mit der Eingabetaste ausführen. Das Ergebnis, in Lightroom geöffnet, sieht dann wie folgt aus:

X3F-Tools-Blaukanal

Falls ihr meinen letztwöchigen Blogeintrag nicht gelesen habt, möchte ich an dieser Stelle auf eine kuriose Sache hinweisen, und zwar, dass das, was X3F Tools produziert, nicht der Blaukanal sein kann. Das Bild sollte, farblos und sehr dunkel sein, wie die mit RawDigger gespeicherten TIFF-Dateien, die nur die Bildinformation aus dem Blaukanal enthalten:

Lightroom-Screenshot

Es handelt sich in beiden Fällen um die gleiche X3F-Datei, die mit ISO1600 aufgenommen wurde.

Wie das letzte Mal, habe ich drei Quattro-X3Fs (ISO1600, 3200 und 6400) durch SPP und X3F Tools 0.54 gejagt und in Lightroom importiert, wobei ich die TIFFs aus X3FT an die unbearbeiteten TIFFs aus SPP angeglichen habe. Die in SPP vorgenommenen Einstellungen findet ihr im letztwöchigen Blogeintrag. Sämtliche Bilder (aus RawDigger, SPP und X3F Tools) könnt ihr auf Flickr in voller Auflösung unter die Lupe nehmen.

Schauen wir uns nun die Crops der in SPP 6.3 (links) und X3F Tools 0.54 / Lightroom (rechts) entwickelten Fotos (TIFFs) an.

SPP-vs-X3F_Tools-ISO1600

ISO1600

SPP-vs-X3F_Tools-ISO3200

ISO3200

SPP-vs-X3F_Tools-ISO6400

ISO6400

Wie das letzte Mal, fällt auch diesmal der Vergleich zugunsten von SPP aus. Folgendes lässt sich festhalten:

  • Die mittels X3F Tools erstellten TIFFs haben weniger Rauschen in den Mitteltönen, jedoch mehr in den Tiefen. Der Unterschied ist aber in beide Richtungen nicht so groß, wie beim Vergleich von RawDigger mit SPP. D.h. ob man seine X3Fs mittels X3F Tools oder SPP entwickelt, spielt im Hinblick auf das Rauschen keine Rolle.
  • Trotzdem würde ich SPP Kalpanika bevorzugen, da man mit dem ersteren Programm viel mehr Spielraum im Hinblick auf die Spitzlichter hat. Kalpanika exportiert nur eine TIFF-Datei, die man dann in Lightroom oder einem anderen EBV-Programm weiter bearbeiten kann. TIFF ist allerdings kein RAW-Format, was bedeutet, dass falls die Aufnahme überbelichtet ist, die Spitzlichter nicht wiederhergestellt werden können. Da man in SPP eine X3F-Datei bearbeitet, kann man die überbelichtete Aufnahme, vorausgesetzt sie ist nicht hoffnungslos überbelichtet, noch geradebiegen.
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