Foveon Workflow: wie High-ISO-Spielraum beim Fotografieren in Farbe nach oben erweitern?


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Wie bereits vor ein paar Tagen angekündigt, werde ich euch heute einen Workflow vorstellen, der den High-ISO-Spielraum von Merrill und Quattro Foveon-Sensoren beim Fotografieren in Farbe nach oben erweitert. Im Gegensatz zum Blaukanal-Workflow, der das Rauschverhalten von Schwarzweiß-Aufnahmen fast ohne Nebenwirkungen verbessern kann, ist dieser Workflow ein Kompromiss zwischen Auflösung und Rauschen. Das Ziel welches ich mir gesetzt habe, ist das Luminanz- und das Foveon-typische Farbwolken-Rauschen so weit wie möglich zu reduzieren, ohne jedoch dass die Fotos weicher wirken, als jene vergleichbarer Kameras mit Bayer-Sensoren. Einen Weg das Rauschen in Farbbildern auf magische Weise verschwinden zu lassen, habe ich allerdings noch nicht gefunden. 😉

LR_before_after

Bevor ich loslege, möchte ich darauf hinweisen dass dieser Bericht nur eine Momentaufnahme ist und dass sich mit zukünftigen Firmware- und SPP-Versionen vieles ändern kann. Möglicherweise wird in sechs Monaten ein anderer Workflow zu deutlich besseren Ergebnisse führen. Folgende Software und Kameras kamen zum Einsatz: SPP 6.3, Lightroom 5.7 und Sigma DP2Q und DP3M mit der jeweils neusten Firmware-Version (1.07 und 1.02).

Im Anschluss an die Bilder werde ich im Detail erklären, was ich genau gemacht habe. Pixelpeeper können sich die Fotos auf Flickr in voller Auflösung anschauen.

Sigma DP3 Merrill ISO800 Rauschunterdrückung / noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP3M; ISO800 & Rauschunterdrückung
Sigma DP3 Merrill ISO800 keine Rauschunterdrückung / no noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP3M; ISO800 ohne Rauschunterdrückung Sigma DP3 Merrill ISO1600 Rauschunterdrückung / noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP3M; ISO1600 & Rauschunterdrückung
Sigma DP3 Merrill ISO1600 keine Rauschunterdrückung / no noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP3M; ISO1600 ohne Rauschunterdrückung Sigma DP2 Quattro ISO800 Rauschunterdrückung / noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP2Q; ISO800 & Rauschunterdrückung
Sigma DP2 Quattro ISO800 keine Rauschunterdrückung / no noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP2Q; ISO800 ohne Rauschunterdrückung Sigma DP2 Quattro ISO800 Rauschunterdrückung / noise reduction (volle Auflösung - full resolution) DP2Q; ISO1600 & Rauschunterdrückung
Sigma DP2 Quattro ISO1600 keine Rauschunterdrückung / no noise reduction (volle Auflösung - full resolution)DP2Q; ISO1600 ohne Rauschunterdrückung

Bearbeitungsschritte in SPP

SPP 6.3 behandelt Merrill X3Fs auf die gleiche Art und Weise wie vorherige Versionen der Software. Das heißt, dass man nichts besonders tun muss, um die Farben passabel wirken zu lassen. Folgende Farbeinstellungen wurden vorgenommen.

SPP_Settings_Merrill

Beim ISO1600 Bild der DP3M habe ich die chroma Rauschreduzierung ganz nach rechts bzw. auf die höchste Stufe eingestellt. Das führt zwar zu „Halos“ an den Kontrastkannten außerhalb der Schärfeebene, reduziert jedoch weitestgehend das Farbwolken-Rauschen. Beim ISO800 Bild der Merrill war es hingegen nicht nötig eine derart starke chroma Rauschreduzierung anzuwenden, sodass diese in der mittleren Position blieb (+2).

Öffnet man eine High-ISO X3F-Datei der Quattro in SPP 6.3, wendet der Konverter automatisch eine Mischung aus Rauschreduzierung und globaler Entsättigung auf diese an. So werden weite Teile der Fotos fast farblos. Beim folgenden Bild kann man nur erahnen, dass der Hintergrund grün sein sollte. Komischerweise tut die JPEG-Engine der Kamera das nicht, die Fotos sehen zwar stark verrauscht aus, die Farben bleiben jedoch erhalten.

Quattro_Entsättigung

Ich habe sämtliche Einstellungen ausprobiert und die einzige Möglichkeit etwas dagegen zu tun, ist beim Weißabgleich auf die Voreinstellung „Blitzlicht“ zu wechseln. Jedoch werden auch dann die Farben entsättigt, nur längst nicht so stark wie bei anderen Voreinstellungen. Trotzdem muss nachher in Lightroom die Sättigung hochgeregelt werden. Bei den Quatrro-X3Fs wurden folgende Einstellungen in SPP vorgenommen.

SPP_Settings_Quattro

Da, wie oben beschrieben, die chroma Rauschreduzierung bei High-ISO-Bildern der Quattro automatisch angewandt wird, kam in SPP keine zusätzliche Rauschreduzierung zum Einsatz.

Bearbeitungsschritte in Lightroom

Da die Farben der Merrill-X3Fs bereits in SPP gepasst haben, war es nicht nötig in Lightroom weiteres Feintuning vorzunehmen. Unten seht ihr welche Einstellungen ich für Schärfe und Rauschreduzierung vorgenommen habe.

Merrill_ISO800_Lightroom_Settings ISO800
Merrill_ISO1600_Lightroom_SettingsISO1600

Aufgrund der automatischen Rauschreduzierung und Entsättigung, war es bei den Quattro-X3Fs nötig zunächst die Farben gerade zu biegen.

Quattro_ISO800_Lightroom_Settings_1

ISO800

Quattro_ISO1600_Lightroom_Settings_1

ISO1600

Anschließend habe ich verschiedene Einstellungen für Schärfe und Rauschunterdrückung ausprobiert, wobei mir die folgenden am besten gefallen haben.

Quattro_ISO800_Lightroom_Settings_2

ISO800

Quattro_ISO1600_Lightroom_Settings_2

ISO1600

Wer sich sehr genau die Rauschreduzierungseinstellungen angeschaut hat, hat sicherlich bemerkt, dass „Smoothness“ jedes Mal von 50 (Standardwert) auf 100 erhöht wurde. Der Grund dafür liegt darin, dass ein Smoothness-Wert von 50 besser für das kleine Farbrauschen der Bayer-Sensoren geeignet ist, wohingegen beim Wert von 100 die im Vergleich flächenmäßig größeren Farbwolken der Foveons besser erfasst werden.

Was haltet ihr von diesem Workflow und wie findet ihr die Ergebnisse? Ich freue mich auf euer Feedback. 🙂

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11 Gedanken zu „Foveon Workflow: wie High-ISO-Spielraum beim Fotografieren in Farbe nach oben erweitern?

    • Vielen Dank, Milutin. Ein Workflow für Low-ISO gibt es nicht, man muss nur die Rauschreduzierung und Schärfung in SPP deaktivieren und gegebenfalls in LR nachschärfen.

  1. Hallo Lars,
    Es freut mich, dass du endlich auf den richtigen Weg bist. Doch, dieser solte Sigma machen und nicht die Benutzer! Der Workflow scheint zu klappen, obwohl ich da einige Bedenken habe. Wie ich schon letztes Jahr in meinem Blog (http://sigmadp2quattro.blogspot.ch/) geschrieben habe, schafft es SPP nicht die Raw-Datei vom Foveon korrekt zu entwickeln. Leider. Auch mit SPP 6.3 nicht.
    Es kann nicht sein, dass jeder Nutzer in Lr oder anderen Software mühsam herausfinden muss, wie die richtige Decodierung statt finden kann.
    Da hat Sigma klar geschlampt.
    Sogar die JPEG aus der Kamera sind bei grösserer Betrachtung in Photoshop fehlerhaft. Solange Sigma NUR Objektive verkauft und nebenbei einige DP-Kamera, die nicht auf der Höhe sind, dann wird das Problem so weiterhin bleiben.
    Schade, für alle Sigma DP-Fan, die glauben, eine korrektes Arbeitsgerät zu haben. ….

    • Hallo Jean, lange nichts von dir gehört. 🙂

      Es freut mich, dass du endlich auf den richtigen Weg bist. Doch, dieser solte Sigma machen und nicht die Benutzer! Der Workflow scheint zu klappen, obwohl ich da einige Bedenken habe. Wie ich schon letztes Jahr in meinem Blog (http://sigmadp2quattro.blogspot.ch/) geschrieben habe, schafft es SPP nicht die Raw-Datei vom Foveon korrekt zu entwickeln. Leider. Auch mit SPP 6.3 nicht.

      Fairerweise muss man sagen, dass SPP nur ein RAW-Konverter ist, und also solcher nicht den Funktionsumfang einer voll ausgewachsenen EBV-Software wie Lightroom bieten kann. Ich nutze CaNikon-Ausrüstung schon seit langer Zeit nicht, glaube aber nicht dass sich dort in dieser Hinsicht viel getan hat. Wie schneidet beispielsweise die neuste NX-Version von Nikon im Vergleich mit Lightroom ab?

      Es kann nicht sein, dass jeder Nutzer in Lr oder anderen Software mühsam herausfinden muss, wie die richtige Decodierung statt finden kann.
      Da hat Sigma klar geschlampt.

      Die Entwicklung findet in SPP statt und wie man am Vergleich mit X3F Tools/Kapalinka sehen kann, macht SPP seine Sache richtig gut.
      https://fotogenerell.wordpress.com/2015/08/28/spp-vs-x3f-tools-rauschen-und-rauschunterdrueckung-teil-1/
      https://fotogenerell.wordpress.com/2015/08/29/spp-vs-x3f-tools-rauschen-und-rauschunterdrueckung-teil-2/
      https://fotogenerell.wordpress.com/2015/07/31/spp-6-3-vs-x3f-tools-kalpanika-farbige-vignettierung-und-rauschverhalten/

      Sogar die JPEG aus der Kamera sind bei grösserer Betrachtung in Photoshop fehlerhaft.

      Das ist aber bei jeder Kamera so. Wenn die JPEG-Engine bessere Ergebnisse liefern würde, könnte man auf RAW (fast) gänzlich verzichten.

      Solange Sigma NUR Objektive verkauft und nebenbei einige DP-Kamera, die nicht auf der Höhe sind, dann wird das Problem so weiterhin bleiben.

      Sigma fokussiert seine Bemühungen, wie ich finde völlig zurecht, auf das lukrative Geschäft mit den Objektiven. Laut den letzten Interviews ist die Herstellung von Kameras ein Minusgeschäft für Sigma, aber nicht nur für Sigma. Olympus, Panasonic und Fuji haben es auch schwer die F&E-Kosten wieder einzuspielen.

      Schade, für alle Sigma DP-Fan, die glauben, eine korrektes Arbeitsgerät zu haben. ….

      Als DP-Nutzer finde ich schon dass das korrekte Arbeitsgeräte sind. Es sind eben Exoten, die auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind.

      • Danke Lars,
        Nun, ich habe meine DP2 Quattro vor einem Jahr einem Architekten verkauft, der unbedingt diese als Ersatz seiner DP2X wollte! Toll. Seither habe ich mich wieder auf die Bayer-Sensor gesetzt und habe zurzeit die Samsung NX1! Die JPEG aus der Camera sind grossartig.
        Noch etwas zu JPEG:
        Auf der Welt wird ca. 95% (meine Annahme) JPEG fotografiert! Die 5% RAW-Shooter sind nicht relevant, dass die RAW-Converter optimiert werden.

        Zur Sache:
        Die RAW-Converter, wie Lightroom/ACR, Photoninja, Iridient, Capture One Pro, DXO, Silkiypix und RawTherapee arbeiten fast mit dem gleichen Democaising-Code! Das Resultat ist unkorrekte Decodierung der RAW-Daten! Ich habe Adobe, Iridient, Phase-One und DXO angeschrieben und auf diesen Umstand, mit umfangreichen Test, aufgezeigt. Weil ich mit der NX1 herausgefunden habe, dass bei kleinen feinen Strukturen, diese unterbrochen werden.

        Resultat:
        Phase One arbeitet noch jetzt an das Problem. Die Samsung RAW-Datei lässt sich im Moment nicht bearbeiten, weil sie an einer Lösung suchen. PhotoNinja hat ein kleiner Update for einer Woche gemacht und den Democaising Code angepasst. Ist jetzt auf 95%. DXO ist die einzige Firma, die sich wirklich die Mühe nimmt, das Problem der unkorrekten Decodierung sehr ernst zu nehmen. Da ich französischer Muttersprache bin, kann ich DXO sehr gut unterstützen.

        Du siehst, dass die aktuellen RAW-Converter nur 80% korrekt decodieren! Und das Interesse an bessere Decodierung (demosaicing algorithm) ist nicht da. Denn für die wenigen RAW-Shooter lohnt sich der Aufwand nicht. Und für die Profi, die eh alles in Photoshop verändern und korrigieren, ist eh Wurst, was als Ausgangsmaterial daher kommt!

        JPEG-OOC (out of cam). In der Kamera ist der gleiche Demociasing-Code, wie die, der RAW-Converter benutzt. Nimmt ein Hersteller einen „falschen“ dann sind die JPEG eben unkorrekt. Ausser Fuji, die den Kamera internen Code nicht freigeben! Fuji ist eine andere Sache. Das lasse ich jetzt.

        Eigener Entwicklungsablauf:
        Ja, da bist du auf einen guten Weg, der aber fast nicht enden wird. Der einzige Weg ist die Raw-Datei mit DCRAW als echt RAW-Datei in TIFF zu konvertieren. Dann in Photoshop die 3 Kanäle (R,G,B) zu trennen. Dann jeder einzelne Farb-Kanal mit dem Werkzeug „eigener Filter“ in Photoshop zu entwickeln und als eine Ebene abzuspeichern. Dann macht man es mit den 2 anderen.
        Zuletzt setzt man die 3 Ebenen zusammen und du wirst staunen, was du dann da siehst. Auch für höhere ISO bis 6400 sicher möglich.
        Dies wäre eine sauber Lösung, die ich meinte, Adobe könnte es als automation in den Werkzeugen einbauen.

        Der Rest ist Gebastel und du wirst mit dem Resultat nie zufrieden sein. Denn wie kann ich aus einem halbpatzigen konvertierten TIFF noch etwas brauchbares machen. Das ist nur Kosmetik. Wie es die vielen tausenden von Photographen machen mit den Portrait von Personen, die sie in Photoshop weichzeichnen müssen. Wenn, sie hingegen eine saubere 100% konvertierte TIFF-Datei hätten, dann würde sich dieses erübrigen.

        Viel Glück in deiner „Bastel“-arbeit! Zumindest gibst du nicht auf, und das ist gut so!

      • Danke Lars,
        Nun, ich habe meine DP2 Quattro vor einem Jahr einem Architekten verkauft, der unbedingt diese als Ersatz seiner DP2X wollte! Toll. Seither habe ich mich wieder auf die Bayer-Sensor gesetzt und habe zurzeit die Samsung NX1! Die JPEG aus der Camera sind grossartig.
        Noch etwas zu JPEG:
        Auf der Welt wird ca. 95% (meine Annahme) JPEG fotografiert! Die 5% RAW-Shooter sind nicht relevant, dass die RAW-Converter optimiert werden.

        Für mich sind die RAW-Shooter sehr wohl relevant, da ich zu eben jenen gehöre. Ich fotografiere nur deswegen im X3F + JPG Modus, weil ich so die Fotos schneller aussortieren kann.

        Zur Sache:
        Die RAW-Converter, wie Lightroom/ACR, Photoninja, Iridient, Capture One Pro, DXO, Silkiypix und RawTherapee arbeiten fast mit dem gleichen Democaising-Code! Das Resultat ist unkorrekte Decodierung der RAW-Daten! Ich habe Adobe, Iridient, Phase-One und DXO angeschrieben und auf diesen Umstand, mit umfangreichen Test, aufgezeigt. Weil ich mit der NX1 herausgefunden habe, dass bei kleinen feinen Strukturen, diese unterbrochen werden.

        Resultat:
        Phase One arbeitet noch jetzt an das Problem. Die Samsung RAW-Datei lässt sich im Moment nicht bearbeiten, weil sie an einer Lösung suchen. PhotoNinja hat ein kleiner Update for einer Woche gemacht und den Democaising Code angepasst. Ist jetzt auf 95%. DXO ist die einzige Firma, die sich wirklich die Mühe nimmt, das Problem der unkorrekten Decodierung sehr ernst zu nehmen. Da ich französischer Muttersprache bin, kann ich DXO sehr gut unterstützen.

        Du siehst, dass die aktuellen RAW-Converter nur 80% korrekt decodieren! Und das Interesse an bessere Decodierung (demosaicing algorithm) ist nicht da. Denn für die wenigen RAW-Shooter lohnt sich der Aufwand nicht. Und für die Profi, die eh alles in Photoshop verändern und korrigieren, ist eh Wurst, was als Ausgangsmaterial daher kommt!

        Ich verstehe nicht ganz, was das Problem bei der NX1 sein soll. Die hat doch ein ganz normales Bayer-Filter-Array und nicht so einen speziellen Filter, wie die Fuji-X-Kameras. Das einzige, was beim Sensor der NX1 besonders ist, ist dass es der erste BSI-Sensor in dieser Größe war. Davor gab es nur 1″ und kleinere BSI-Sensoren.

        JPEG-OOC (out of cam). In der Kamera ist der gleiche Demociasing-Code, wie die, der RAW-Converter benutzt. Nimmt ein Hersteller einen “falschen” dann sind die JPEG eben unkorrekt. Ausser Fuji, die den Kamera internen Code nicht freigeben! Fuji ist eine andere Sache. Das lasse ich jetzt.

        Auch die JPGs bei Fuji sind nicht wirklich berauschend. Mir gefiel eigentlich nur das hervorragende Rauschverhalten, welches sich später als ein Schwindel mit den ISO-Angaben herausgestellt hat. Wirklich scharfe Bilder sucht man bei den Fujis vergeblich. Der X-Trans produziert sogar weichere Bilder als herkömmliche Bayer-Sensoren.

        Eigener Entwicklungsablauf:
        Ja, da bist du auf einen guten Weg, der aber fast nicht enden wird. Der einzige Weg ist die Raw-Datei mit DCRAW als echt RAW-Datei in TIFF zu konvertieren. Dann in Photoshop die 3 Kanäle (R,G,B) zu trennen. Dann jeder einzelne Farb-Kanal mit dem Werkzeug “eigener Filter” in Photoshop zu entwickeln und als eine Ebene abzuspeichern. Dann macht man es mit den 2 anderen.
        Zuletzt setzt man die 3 Ebenen zusammen und du wirst staunen, was du dann da siehst. Auch für höhere ISO bis 6400 sicher möglich.
        Dies wäre eine sauber Lösung, die ich meinte, Adobe könnte es als automation in den Werkzeugen einbauen.

        Beziehst du dich jetzt auf die Quattro oder andere Kameras? Ich denke nicht das DCRAW die X3Fs der Quattro öffnen kann.

        Der Rest ist Gebastel und du wirst mit dem Resultat nie zufrieden sein. Denn wie kann ich aus einem halbpatzigen konvertierten TIFF noch etwas brauchbares machen. Das ist nur Kosmetik. Wie es die vielen tausenden von Photographen machen mit den Portrait von Personen, die sie in Photoshop weichzeichnen müssen. Wenn, sie hingegen eine saubere 100% konvertierte TIFF-Datei hätten, dann würde sich dieses erübrigen.

        Wie meinst du das genau, das sich das Weichzeichnen mit dem von dir vorgeschlagenen Workflow erübrigen würde? So wie ich dich verstehe, arbeitest du mit 3 Farbschichten, die du erst zum Schluss zusammenfügst. Meine Einschätzung nach hat das aber keine Auswirkung auf Pickel und sonstige Hautunreinheiten. Man muss trotzdem die entsprechenden Werkzeuge bemühen.

        Viel Glück in deiner “Bastel”-arbeit! Zumindest gibst du nicht auf, und das ist gut so!

        Vielen Dank Jean! Für mich ist der Weg das Ziel. 😉

  2. Danke für die Arbeit. Die starke Entsättigung bei der Quattro ist überraschend. Da ich selten so hohe ISO verwende, ist mir das noch nicht aufgefallen. Ich bin aber schon lange der Meinung, dass die Quattro entgegen vieler anderer Stimmen bei high ISO nicht wirklich besser ist als die Merrill. Bei Schwarz/Weiss (Blaukanal) ist sie sogar eindeutig schlechter.
    Der Vergleich ist allerdings auch nicht so einfach, da die beiden Kameras sich sehr unterschiedlich verhalten.
    Wäre es möglich, das Quattro X3F (ISO 1600) zur Verfügung zu stellen?
    Gruss, Stoneage

    • Danke für die Arbeit. Die starke Entsättigung bei der Quattro ist überraschend. Da ich selten so hohe ISO verwende, ist mir das noch nicht aufgefallen.

      Das war bei früheren SPP-Versionen nicht so. Auch die JPEG-Engine macht das nicht. Ich bin mir aber nicht sicher ab welcher Version SPP das macht.

      Ich bin aber schon lange der Meinung, dass die Quattro entgegen vieler anderer Stimmen bei high ISO nicht wirklich besser ist als die Merrill.

      Am Anfang dachte ich, dass die Quattros eindeutig besser sind. Später habe ich aber herausgefunden, dass die Merrills um 2/3 Blende empfindlicher sind, was den Vorteil der Quattros egalisiert. Zwei Vorteile sind aber geblieben. Einer ist die m.E. deutlich robustere Farbgebung. Die Merrills haben, wie du zweifellos weißt, diese Eigenschaft die Farben in den Schatten sehr stark zu entsättigen, und zwar auch bei ISO100/200. Besonders nervig macht das Ganze das unvorhersehbare Verhalten des Sensors, was sogar bei Aufnahmen, die binnen Sekunden von einander gemacht wurden, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Ich finde dass der Quattro-Sensor nicht so „wählerisch“ ist, was das Licht angeht. Ein weiterer Vorteil ist das „Bokeh“-Verhalten des Quattro-Sensors. Ich weiß nicht ob du dich damit auseinander gesetzt hast, würde dir aber raten das Bokeh der gleichen Quattro- und Merrill-Modelle unter die Lupe zu nehmen. Was du feststellen wirst, ist, das die Merrills sehr oft ungewöhnliche Bokeh-Kreise produzieren, die am Rand einen Magenta- oder Grünstich haben. Bei den Quattros wurde dieses Problem deutlich entschärft. Diese zwei Sachen sind m.M.n. sehr wichtig für die Bildqualität, da sie aber subjektiv und somit vom Geschmack abhängig sind, wird darüber kaum diskutiert. Die „Quattro vs Merrill“ Diskussion dreht sich ausschließlich um die Schärfe und das Rauschverhalten. Viele meinen Quattro sei ein Foveon-Bayer-Zwitter, wie man aber bspw. hier sehen kann, ist das nicht der Fall. Auch der Quattro-Sensor weist vergleichbare Bayer-Sensoren in die Schranken.

      Der Vergleich ist allerdings auch nicht so einfach, da die beiden Kameras sich sehr unterschiedlich verhalten.

      Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu. Der Merrill-Sensor ist auf Schärfe optimiert und kann aus diesem Grund bei ungünstigen Motiven und Lichtverhältnissen „seelenlos“ bis „brutal“ wirken. Am liebsten wäre mir, wenn man den Mikrokontrast in SPP regeln könnte.

      Wäre es möglich, das Quattro X3F (ISO 1600) zur Verfügung zu stellen?

      Werde ich heute Abend nach der Arbeit machen. Leider muss ich bald los. 😉

      LG
      Lars

      • Vielen Dank für das RAW. Die Entsättigung ist wirklich nicht akzeptabel. Dein Workaround mit Blitzlicht WB funktioniert und eine wirkliche Alternative sehe ich dazu auch nicht, wenn man das Bild unbedingt braucht. Aber das kann es nun wirklich nicht sein, dass man jedes mal die Farben derart hinbiegen muss im Nachhinein. Da muss Sigma unbedingt noch mal hinter die Bücher. Selbst Kalpanika schafft es, das Bild mit einer guten Sättigung auszugeben. Da das Foto praktisch nur aus Unschärfe besteht, ist eine Luminanz Rauschreduzierung natürlich recht wirksam. Interessant wäre aber letztendlich, ein detailliertes Foto zu ergründen/optimieren. Bei meinen 1:1 high ISO Vergleichen der DP2m und DP2Q hatte letztere eigentlich keine Chance, insbesondere da der Blaukanal Trick bei den Quattros nicht funktioniert.

      • Hallo Stoneage,

        Vielen Dank für das RAW. Die Entsättigung ist wirklich nicht akzeptabel. Dein Workaround mit Blitzlicht WB funktioniert und eine wirkliche Alternative sehe ich dazu auch nicht, wenn man das Bild unbedingt braucht. Aber das kann es nun wirklich nicht sein, dass man jedes mal die Farben derart hinbiegen muss im Nachhinein. Da muss Sigma unbedingt noch mal hinter die Bücher. Selbst Kalpanika schafft es, das Bild mit einer guten Sättigung auszugeben.

        Wie bereits gesagt, das war nicht von Anfang an so. Die Entsättigung ist mir erst bei SPP 6.3 aufgefallen. So sah es bei SPP 6.0.5 aus:
        https://fotogenerell.wordpress.com/2014/08/31/sigma-dp2q-vs-dp2m-teil-1-rauschverhalten/

        Ich weiß nicht wieso Sigma die Entwicklung von High-ISO-X3Fs derart verändert hat. Ich hoffe jedenfalls, dass man es wieder rückgängig macht.

        Da das Foto praktisch nur aus Unschärfe besteht, ist eine Luminanz Rauschreduzierung natürlich recht wirksam.

        Das stimmt, andererseits wäre eine derart starke Luminanz-Rauschreduzierung gar nicht nötig, wenn das Foto von vorne bis hinnten scharf wäre. Das Luminanzrauschen fällt im Bokeh deutlicher als in den scharfen Bereichen auf.

        Bei meinen 1:1 high ISO Vergleichen der DP2m und DP2Q hatte letztere eigentlich keine Chance, insbesondere da der Blaukanal Trick bei den Quattros nicht funktioniert.

        So schwarz-weiß ist die Sache nicht. Kurz nach der Markteinführung sah die Sache so aus:

        DP2Q
        Sigma DP2 Quattro @ ISO1600 (volle Auflösung - full resolution)
        DP2M
        Sigma DP2 Merrill @ ISO1600 (volle Auflösung - full resolution)

        Beide bei ISO1600.

        Die Merrill hat zwar ein weniger stark ausgeprägtes Luminanzrauschen, die Farben sind aber sehr ungewöhnlich und lassen sich nicht so einfach hinbiegen. Bei der Quattro sehen die Farben kaum anders aus, sogar i.V. zu ISO100.
        Sigma DP2 Quattro @ ISO100 (volle Auflösung - full resolution)

        Und so sieht die Merrill bei ISO100 und ISO1600:
        Sigma DP2 Quattro @ ISO100 (volle Auflösung - full resolution)
        Sigma DP2 Merrill @ ISO1600 (volle Auflösung - full resolution)

        Der Blaukanal-Trick funktioniert bei den Quattros in der Tat nicht, was auch in meinen Augen ein recht großer Nachteil ist. Einen Workaround wird es da nicht mehr geben, befürchte ich.

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