Die Entwicklung des Kameramarktes zw. 1933 und 2013


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Seit mehreren Jahren schrumpft der Markt für Fotoausrüstung kontinuierlich und segmentübergreifend. Die Absatzrückgänge im günstigen Kompaktkamera-Segment lassen sich leicht erklären: Smartphones bieten in den Augen vieler eine ausreichend gute Bildqualität, bessere Schnappschusstauglichkeit und was am wichtigsten ist, man hat sie als Kommunikations- und Vernetzungsgeräte tatsächlich immer dabei. Und bekanntlich ist die beste Kamera gerade die, die man immer dabei hat. 😉

Da hilft es auch nicht, dass Kompaktkameras Zoomobjektive, leistungsstärkere Blitzgeräte und in den meisten Fällen – dank physikalischen Tasten – eine bessere/intuitivere Steuerung haben. Diese Vorteile scheinen der Zielgruppe nicht so wichtig zu sein, wie die „immer dabei“ Qualitäten und die hervorragende Schnappschusstauglichkeit der Smartphones. Es überrascht daher nicht, dass „Superzooms“ und „Premiumkompakten“ die einzigen Produktkategorien waren, die sich in 2014 am deutschen Fotomarkt immer noch gut verkauften.

Im Gegensatz dazu ist das Schwächeln des Systemkamera-Segments für die meisten ein Rätsel. Das Phänomen können sich weder Analytiker noch Fotografen erklären – schließlich sprechen DSLRs und EVILs eine andere, „ambitioniertere“ Zielgruppe als Smartphones an, womit sie mit den letzteren gar nicht in Konkurrenz stehen sollten. Vielleicht liegt es aber, wie der folgende Graph von Mayflower vermuten lässt, einfach an der Marktsättigung?

Fotomarkt-1947-2013

Was man im Graphen sieht, sind jährliche Fertigungszahlen zwischen 1947 und 2013, in 1000en von Kameras. Wie es scheint, ist der Markt am selben Punkt angekommen, wie vor dem Wechsel von der analogen auf die digitale Technik. Das lässt vermuten, dass mittlerweile jeder seine Analogkamera gegen eine Digitale getauscht hat, und dass der Markt künftig auf dem gesättigten Niveau bleiben wird, wie vor dem Technologiewechsel.

Interessant ist ferner wie winzig der traditionelle Markt für Fotoausrüstung vergleichen mit dem Smartphone-Markt eigentlich ist. 😉

Fotomarkt-1933-2013-smartphone

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2 Gedanken zu „Die Entwicklung des Kameramarktes zw. 1933 und 2013

  1. Schön, die Zahlen für diesen Trend mal in einem Beitrag aufbereitet und kommentiert zu sehen – Danke dafür.
    Die Möglichkeiten der Smartphones Bilder direkt in soziale Netze zu speisen sind sicherlich für viele das Argument. Allerdings liegt auch hier das Problem bei den Herstellern, denn es gibt mittlerweile ausreichend Möglichkeiten Bilder aus z.B. spiegellosen Kameras über das Handy zu posten – und das in einer vielfach besseren Qualität. Leider verpassen die Hersteller diese Features richtig zu bewerben, so dass die Verbraucher darüber kaum informiert sind.

    • Leider verpassen die Hersteller diese Features richtig zu bewerben, so dass die Verbraucher darüber kaum informiert sind.

      Vielleicht hast du Rech und das Problem liegt am schlechten Marketing. Ich befürchte aber, dass der Umweg über das Handy von vielen als zu lästig wahrgenommen wird. Schließlich kann ein Smartphone direkt auf soziale Netzwerke zugreifen.

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