Sigma DP2Q vs DP3M: Farbsättigung in den Schatten


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Es ist kein Geheimnis, dass der 15 MP Foveon-Sensor in den Merrills eine vergleichsweise niedrige Farbsättigung in den Schattenbereichen hat. Nichteingeweihte mögen sich das folgende Beispielbild anschauen, welches mit der DP3 Merrill aufgenommen wurde:

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Und nun zum Vergleich ein Foto, welches bei ähnlichen Lichtbedingungen mit der DP2 Quattro gemacht wurde. Vergleicht die orangenen Fellpartien die dem Sonnenlicht direkt ausgesetzt sind, mit denen im Schatten.

Sigma DP2 Quattro (volle Auflösung - full resolution)

Ein sehr großer Unterschied, nicht wahr? Wenn ihr mich fragt, ist diese Farbunempfindlichkeit in den Tiefen der entscheidende Grund, wieso Sigma das radikal veränderte Design des Quattro-Foveons, trotz all seiner Kompromisse, einer aufgebohrten Version des Merrill-Sensors vorgezogen hat.

Nun, ich hab lange überlegt wie ich die Farbsättigungsunterschiede mit einem einfachen und reproduzierbaren Vergleichstest aufzeigen könnte. Nachdem ich die Fotos gemacht habe, kann ich mir auch nicht erklären wieso der Merrill-Sensor das Problem mit der Farbsättigung in den Tiefen bzw. Schatten hat.

Zuerst aber ein paar Sätze zum Testaufbau: Alle drei Fotos wurden in der prallen Sonne aufgenommen. Aufgrund der etwas höheren Empfindlichkeit des Merrill-Sensors, weist das korrekt belichtete Foto der DP3M eine kürzere Belichtungszeit auf. Das zweite DP3M Foto habe ich um 2/3 Blende überbelichtete und anschließend die Belichtung in SPP gesenkt, um zu prüfen ob die Farbsättigung der Merrill zunimmt, wenn man den Dynamik-Vorteil des Merrill-Sensors (ungefähr 2/3 Blende) nutzt. Das mit der Quattro aufgenommene Foto habe ich einmal mit dem Farbmodus „Standard“ und einmal mit dem Farbmodus „Portrait“ exportiert. Zu guter Letzt habe ich alle vier Fotos mit Fill-Light +1 exportiert, um zu prüfen wie die Farben aussehen, wenn man die Schatten stark aufhellt. Alle Fotos habe ich in voller Auflösung auf Flickr hochgeladen. Klickt einfach auf ein Foto, um es euch in voller Größe anzuschauen.

DP3M, korrekt belichtet
Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung / full resolution) DP3M, überbelichtet und in SPP wiederhergestellt
Sigma DP3 Merrill, overexposed and pulled in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP2Q, korrekt belichtet, Farbmodus „Standard“
Sigma DP2 Quattro, Standard Color Mode in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP2Q, korrekt belichtet, Farbmodus „Portrait“
Sigma DP2 Quattro, Portrait Color Mode in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP3M, korrekt belichtet, +1 Fill-Light in SPP
Sigma DP3 Merrill +1 Fill Light in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP3M, überbelichtet, in SPP wiederhergestellt und +1 Fill-Light
Sigma DP3 Merrill, overexposed, pulled and +1 Fill Light in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP2Q, korrekt belichtet, Farbmodus „Standard“, +1 Fill-Light
Sigma DP2 Quattro, Standard Color Mode and +1 Fill Light in SPP (volle Auflösung / full resolution) DP2Q, korrekt belichtet, Farbmodus „Portrait“, +1 Fill-Light
Sigma DP2 Quattro, Portrait Color Mode and +1 Fill Light in SPP (volle Auflösung / full resolution) Kommen wir nun zu meiner Analyse der Ergebnisse:

  • Das um 2/3 Blende überbelichtete Foto der DP3M weist eine recht hohe Farbsättigung bei gleichzeitig schwächstem Rauschen – sowohl Luminanz- als auch Chroma-Klumpen-Rauschen – in den Schatten auf. Jedoch sind die nicht vollständig wiederhergestellten Spitzlichter und die flaue Farbe des Tisches im Schatten, auf dem sich die Stifte befinden, zwei schwerwiegende Nachteile.
  • Die korrekt belichtete DP3M-Aufnahme weist ausgeprägte Magenta Farb-Klumpen und die niedrigste Farbsättigung auf. Das Luminanz-Rauschen ist i.V. mit den Quattro-Aufnahmen geringer, jedoch ist die Farbsättigung des Tisches noch niedriger als bei der überbelichteten DP3M-Aufnahme.
  • Von den beiden Quattro-Fotos weist das mit dem Farbmodus „Standard“ exportiert Foto eine höhere Farbsättigung, ein viel stärker ausgeprägtes Luminanz-Rauschen und einen viel höheren Mikrokontrast auf. I.V. zu den Merrill-Aufnahmen haben beide Fotos eine höher Farbsättigung in den Schatten.

Ich vermute dass der rote Tisch des Rätsels Lösung sein könnte. Während der stark reflektierende Farblack der Stifte von beiden Sensoren ähnlich gut eingefangen wird, scheint der Merrill-Sensor Schwierigkeiten mit dem matten Rot zu haben, wenn es schwach beleuchtet ist.

Was meint ihr? Werde ich den Test mit matten bzw. diffus reflektierenden Motiven wiederholen müssen?

  1. Diese Probleme bestanden schon bei der SD14. Ich habe viel versucht mit Unter- und Überbelichtung. Musste aber feststellen, dass eine richtige Belichtung besser ist. Habe das Thema weiter verfolgt und habe herausgefunden, dass es am Anteil der dunklen zu den hellen Bildteilen liegen muss. Das Ergebnis ist also besser je weniger Spitzlichter bzw. hohe Lichtbereiche im Bild vorhanden sind. Der Dynamikumfang ist zwar von der SD14 beachtlich, aber in den Grenzbereichen geht überhaupt nichts mehr.
    Nun hatte ich auch bei recht einheitlichen Lichtverhältnissen auch hohes Farbklumpenaufkommen. Dort wäre eine Überbelichtung vielleicht besser gewesen. Wenn keine Spitzlichter oder sehr hohe Lichtanteile (große Dynamik) vorliegen, würde ich etwas überbelichten.

    Antwort

    1. Diese Probleme bestanden schon bei der SD14. Ich habe viel versucht mit Unter- und Überbelichtung. Musste aber feststellen, dass eine richtige Belichtung besser ist. Habe das Thema weiter verfolgt und habe herausgefunden, dass es am Anteil der dunklen zu den hellen Bildteilen liegen muss. Das Ergebnis ist also besser je weniger Spitzlichter bzw. hohe Lichtbereiche im Bild vorhanden sind.

      Problematisch sind die Mitten und Tiefen, die ohne Spitzlichter üppiger belichtet werden können. Das Problem erledigt sich so zu sagen von selbst, wenn keine Spitzlichter im Bild sind.

      Nun hatte ich auch bei recht einheitlichen Lichtverhältnissen auch hohes Farbklumpenaufkommen. Dort wäre eine Überbelichtung vielleicht besser gewesen. Wenn keine Spitzlichter oder sehr hohe Lichtanteile (große Dynamik) vorliegen, würde ich etwas überbelichten.

      Bei solch „flachen“ Lichtverhältnissen versuche ich in letzter Zeit mit der Quattro um 2/3 Blende und mit der DP3M um 1-1,33 Blenden zu überbelichten. Anschließend regle ich in SPP die Belichtung runter. Ich bilde mir ein, dass Bilder so weniger rauschen.

      Antwort

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