Gear Avoidance Syndrome? Hä?


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Wir Fotografen sind nicht die einzigen unter den schöpferisch Tätigen, die für „Gear Acquisition Syndrome“ extrem empfänglich sind. Es soll viele Musiker geben, denen es sehr schwer fällt neuen Musikinstrumenten zu widerstehen. Die Symptome sind allerdings immer die gleichen, kurzerhand wird das Konto geplündert, obwohl man bereits mehrere Gitarren, Schlagzeuge oder Kameras und Objektive besitzt. Wir alle wissen, dass neue und bessere Ausrüstung nicht der Schlüssel zum Besserwerden ist. Trotzdem geben wir in manchen Situationen dem Haben-Wollen-Gefühl nach. Persönlich kenne ich keinen einzigen Fotografen, dem Ausrüstung gänzlich egal ist, und der, um besser zu werden, ausschließlich lernt und übt, anstatt Gedanken an Abkürzungen zu verschwenden. Wie man aber in diesem Artikel auf Neoprime lesen kann, gibt es anscheinend auch solche Fotografen, die an „Gear Avoidance Syndrome“ erkrankt sind und anderen wärmstens empfehlen sich anstecken zu lassen. Neben einer dickeren Brieftasche, soll der Vorteil in gesteigerter Kreativität und in einer an den Blickwinkel des Objektivs besser angepassten Wahrnehmung bestehen. Es wird dazu geraten nur eine Kamera und eine Festbrennweite zu besitzen, und wenn man des Objektivs überdrüssig geworden ist, es zu verkaufen, und eine neues mit anderer Brennweite zu kaufen.

Manchmal wache ich verschwitzt auf, weil ich geträumt habe, dass ich neben einer 21mm (Kleinbildäquivalent) Festbrennweite, kein anderes Objektiv besitze. Spaß beiseite, ich schlafe wie ein Murmeltier, dennoch kann ich mir einfach nicht vorstellen, immer nur ein Weitwinkel zu benutzen, geschweige denn nur ein solches Objektiv zu besitzen. Genauso wenig kann ich mir vorstellen je der Normalbrennweite überdrüssig zu werden. Mein Rat lautet daher: lieber mehrere Objektive besitzen, aber immer nur eins mitnehmen, um fotografisches Gehirnjogging zu betreiben. 😉

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6 Gedanken zu „Gear Avoidance Syndrome? Hä?

  1. Des Schleppens überdrüssig halte ich es auch so: ein Objektiv. Dass es dann manchmal doch ein anderes hätte sein sollen … dafür kann das Objektiv nichts. 😉

    • Des Schleppens überdrüssig halte ich es auch so: ein Objektiv. Dass es dann manchmal doch ein anderes hätte sein sollen … dafür kann das Objektiv nichts. 😉

      Manchmal frage ich mich wann einige der vielversprechenden Technologien endlich die Marktreife erreichen werden. Gekrümmte Sensoren, Flüssiglinsen und fortschrittliche Materialien wie etwa Kohlenstofffaser könnten das Gewicht und die Größe der Fotoausrüstung erheblich reduzieren. Ob ich dann aber mehrere Objektive mitnehmen würde, ist eine andere Frage. 😉

      • Vielleicht gibt es ja dann das Alles-Überdrüber-Objektiv 🙂 Aber die Gesetze der Optik lassen sich leider nicht ins unendliche verbiegen.

      • Vielleicht gibt es ja dann das Alles-Überdrüber-Objektiv 🙂 Aber die Gesetze der Optik lassen sich leider nicht ins unendliche verbiegen.

        Das muss man auch nicht. Als Ideallösung stelle ich mir eine Kamera-Objektiv-Kombi vor, die dank den genannten Technologien sehr leicht und klein wäre. Eine höhere Lichtstärke als f2.8 bräuchte man nicht, da der Sensor diesen Nachteil durch höhere Lichtempfindlichkeit ausgleichen würde. Dieser müsste aber auch pro Pixel die Tiefe abtasten können, damit der Prozessor, bei Bedarf, das Motiv glaubwürdig „freistellen“ kann. 😉

  2. Man muss ja nicht gleich von einem Extrem ins nächste Wechseln. Es gibt wahrscheinlich sehr viele Leite die zwischen den beiden Polen mit einer Handvoll Objektiven glücklich sind, ohne sich zu beschränken, aber auch ohne ständige Neukäufe. Bin seit einigen Jahren mit vier Festbrennweiten unterwegs, 35, 50, 85 und 135 mm an Kleinbild. Fürs leichte Reisegepäck reicht eine oder zwei dieser Linsen, aber es besteht halt trotzdem noch die Möglichkeit zu variieren.

    • Man muss ja nicht gleich von einem Extrem ins nächste Wechseln. Es gibt wahrscheinlich sehr viele Leite die zwischen den beiden Polen mit einer Handvoll Objektiven glücklich sind, ohne sich zu beschränken, aber auch ohne ständige Neukäufe. Bin seit einigen Jahren mit vier Festbrennweiten unterwegs, 35, 50, 85 und 135 mm an Kleinbild. Fürs leichte Reisegepäck reicht eine oder zwei dieser Linsen, aber es besteht halt trotzdem noch die Möglichkeit zu variieren

      Sehe ich auch so Robert. Deine Ausrüstung deckt mit nur wenigen Objektiven einen sehr nützlichen Brennweitenbereich ab. Als Reisekombi bieten sich das 35mm und 85mm gerade zu an. Viele Fotografen schwören auf diese Kombi.

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