Produktfotografie mit der Sigma DP3 Merrill und dem Smartphone als EINZIGE Lichtquelle


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Vor kurzem habe ich diesen Beitrag auf der DIYPhotography-Webseite gelesen, in dem vorgeführt wird, wie man mit dem Smartphone oder Tablet als einzige Lichtquelle gute Produktfotos machen kann. Da für diese Art der Fotografie üblicherweise entweder mehrere Blitzgeräte oder teure Studiobeleuchtung benötigt werden, hat mich der Beitrag neugierig gemacht und ich habe mich entschieden es selber zu versuchen. Im Video wird die Kamera im Bulb-Modus ausgelöst und das abzulichtende Produkt langsam und vorsichtig mit dem Bildschirm des Tablets mit Licht „bemalen“. Da ich kein Tablet zur Hand hatte, musste mein Smartphone herhalten. Leider musste ich sehr schnell feststellen, dass man mit dem kleinen und leuchtschwachen Smartphone-Bildschirm das Motiv pro Auslösung minutenlange bemalen muss. Nicht vergessen: man muss die Blende sehr weit schließen, um für möglichst viel Tiefenschärfe zu sorgen, und zusätzlich die niedrigste ISO-Stufe wählen, weil Bildqualität bei der Produktfotografie eine sehr wichtige Rolle spielt. Um Zeit zu sparen – und da man nach dem Trial & Error Prinzip arbeitet, verliert man zwangsläufig jede Menge Zeit – habe ich statt des Bildschirms den „Blitz“ (eigentlich ist es eine kontinuierlich leuchtende LED) des Smartphones benutzt. Ich habe bestimmt 10 oder 20 Versuche gebraucht, bis mir diese zwei Bilder gelungen sind:

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

Sigma DP3 Merrill (volle Auflösung - full resolution)

So sah mein Setup aus:

  • Das Motiv ist der aufsteckbare Sucher VF-41 der DP2 Quattro.
  • Den Sucher habe ich auf die obere Klappe meines Notebooks platziert. Das schwarz lackierte, gebürstete Aluminium erschien mir als der ideale Hintergrund für den ebenfalls schwarzen Sucher. Hätte ich etwas Helleres verwendet, wäre das Motiv entweder unterbelichtet gewesen oder das Foto hätte zu wenig Kontrast. Ferner sieht die Struktur des gebürsteten Aluminiums einfach wunderschön aus.
  • Im Raum, in dem ich die Fotos gemacht habe, habe ich das Licht ausgeschaltet. Das Malen mit Licht geschieht bei völliger Dunkelheit. Das bedeutet auch, dass man in den M-Modus wechseln muss, weil sonst der kamerainterne Belichtungsmesser verrücktspielen kann.
  • Die DP3 Merrill befand sich auf dem Stativ und war etwas höher als das Motiv positioniert. Man muss ein bisschen experimentieren, bis man die richtige Position bzw. den richtigen Blickwinkel und Ausschnitt gefunden hat.
  • Nach mehreren Versuchen haben sich die folgenden Belichtungsparameter als optimal herausgestellt: ISO100, weil, wie bereits gesagt, BQ bei der Produktfotografie extrem wichtig ist; Blende f/11, um möglichst viel Tiefenschärfe zu haben. f/16 habe ich auch versucht, die Fotos waren aber aufgrund von Beugungsunschärfe weniger knackig; Belichtungszeit von 30 Sek., um genug Zeit fürs Malen zu haben.
  • Anschließend habe ich am Rechner ein kleines bisschen an den Reglern für Belichtung, Schatten, Kontrast, usw. gezogen. Deutlich mehr Zeit habe ich gebraucht, um alle (?) Staubkörner zu entfernen. Egal wie gründlich man alles mit dem Mikrofasertuch abwischt, muss man nachher mindestens ein paar Dutzend Male den Stemple bemühen.

Der größte Nachteil dieser Beleuchtungstechnik ist die fehlende Reproduzierbarkeit. Manchmal kommt man sehr nach an das gewünschte Ergebnis heran, nur um bei darauffolgenden Versuchen alles nur noch schlimmer zu machen. Daher kann ich sie nur denjenigen empfehlen, die Nerven aus Stahl haben. 😉

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2 Gedanken zu „Produktfotografie mit der Sigma DP3 Merrill und dem Smartphone als EINZIGE Lichtquelle

  1. Tolle Idee! Habe das mal mit Uhren, einem iphone und Kristallgläsern auf einem gebürsteten Alu-Notebook mit einer Nikon SLR +40er Makro +Stativ und einem Ipad als Lichtquelle probiert. Interessante aber tatsächlich kaum reproduzierbare Ergebnisse. Aber lichttechnisch kreativ mit unterschiedlich farbigen Ipad Wallpapern auf max. Helligkeit.

    • Ja, ein iPad hat ein deutlich größeres Display, sodass man nicht allzu lange im Dunkeln herumfuchteln muss, bis man das Produkt ausgeleuchtet hat. Wallpaper sind klarerweise ein weiterer vorteil. Ich hab es einfach mit der LED-Leuchte des Smartphones gemacht, die ein punktförmiges, hartes Licht ausstrahlt. Fuchtelt man aber lange und heftig genug herum, kann man trotzdem brauchbare Ergebnisse erzielen. Dennoch ist das Ganze ein Spielerei. Es ist gut zu wissen, dass man auch so Produkte ausleuchten kann, für jemanden, der sich ernsthaft für Produktfotografie interessiert und viele solcher Fotos macht, ist das ganze trotzdem nichts.

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