Schönheitsretusche vor Photoshop: ein Beispiel aus den 1930ern


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Ausartende Schönheitsretusche wird meiner Meinung nach zu Recht kritisiert. Diese verzerrt unser Schönheitsideal und hat besonders auf das Selbstwertgefühl von jüngeren Menschen einen sehr schlechten Einfluss. Was ich in diesem Kontext aber irritierend finde, ist diese enge Verknüpfung von Schönheitsretusche mit Adobes Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Es wird ständig vom „bösen Photoshop“ geredet – man bekommt den Eindruck das Werkzeug und nicht etwa derjenige der es einsetzt sei für das Ergebnis verantwortlich und es wird ebenso der Eindruck vermittelt, es gäbe die Schönheitsretusche erst seit dem Computer-Zeitalter. Dass das nicht stimmt, zeigt die unten zu sehende Gegenüberstellung der unbearbeiteten und bearbeiteten Version eines Porträts der Schauspielerin Joan Crawford. Das Foto wurde in 1931 vom berühmten Hollywood-Fotografen George Hurrell, als Werbebild für den Film Laughing Sinners, aufgenommen. Anschließend wurde es vom Retuscheur James Sharp 6 Stunden lang in der Dunkelkammer bearbeitet.

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Wie man am Endergebnis sieht, hat Sharp ganze Arbeit geleistet. Er glättete die Haut der Schauspielerin, entfernte Hautflecken, Muttermalle, Falten und hellte sogar die Schatten um die Schlüsselbeine auf. Und er tat das alles fast 60 Jahre vor der Entstehung von Photoshop! Das folgende GIF vom Reddit-User 1SweetChuck verdeutlicht die Unterschiede zwischen der Originalaufnahme und der bearbeiteten Version:

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2 Gedanken zu „Schönheitsretusche vor Photoshop: ein Beispiel aus den 1930ern

  1. Nicht böse sein über die Korrektur eines gelernten (Analog-) Fotografen: Retuschen wurden und werden in der „chemischen Fotografie“ nicht in der Dunkelkammer gemacht, sondern im Hellen mit Pinsel und Lasurfarben auf dem Papierabzug. In der Dunkelkammer kann man nur Helligheit und Gradation beeinflussen.

    • Nicht böse sein über die Korrektur eines gelernten (Analog-) Fotografen: Retuschen wurden und werden in der “chemischen Fotografie” nicht in der Dunkelkammer gemacht, sondern im Hellen mit Pinsel und Lasurfarben auf dem Papierabzug. In der Dunkelkammer kann man nur Helligheit und Gradation beeinflussen.

      Und was ist damit? Wenn ich den Artikel richtig deute, bearbeitet man mit so einer „Adams-Maschine“ das Negativ, und nicht etwa den Papierabzug.

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