Sigma DP2Q vs DP2M Teil 1: Rauschverhalten


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Wie vor einigen Tagen versprochen, liefere ich nun den Vergleich des Rauschverhaltens der DP2 Quattro mit der DP2 Merrill nach. Ehe ich dazu übergehe die Ergebnisse zu analysieren, möchte ich zuerst Einiges über die Einstellungen sowohl in den Kameras als auch in SPP und Lightroom sagen. Ich habe keine Fotos mit ISO6400 gemacht, da keine(r) der beiden Kameras/Sensoren brauchbare BQ bei dieser Empfindlichkeit liefert. Die Fotos wurden mit beiden Kameras im M-Modus aufgenommen, um Fehler durch unterschiedliche Belichtungsmessungssysteme auszuschließen und um feststellen zu können ob eine(r) der Kameras/Sensoren ISO-mäßig schummelt. Mit beiden Kameras habe ich jeweils den ISO100-3200 Empfindlichkeitsbereich abgedeckt, wobei ich die ISO3200 X3Fs einmal in Farbe, einmal in SW ganz normal und einmal mit dem Blaukanal-Workflow entwickelt habe. Sowohl Merrill als auch Quattro X3Fs wurden in SPP 6.0.5 entwickelt und als 16bit TIFF exportiert, wobei alle Einstellungen auf 0 waren, außer Schärfe (-2) und Rauschunterdrückung (alle Regler ganz links = RU aus). In Lightroom habe ich nur den Weißabgleich angepasst und die Farben Orange und Gelb etwas rötlicher gemacht, weil alle Merrill-Fotos einen Grünstich hatten. Die Fotos habe ich in voller Größe (Merrill 15MP; Quattro 20MP) auf Flickr hochgeladen. Einfach auf die Fotos klicken, um sie euch auf Flickr in Groß anzuschauen oder sie herunter zu laden. Kommen wir nun zu den Bildern:

Sigma DP2 Quattro VS Merrill
Quattro @ ISO100

Sigma DP2 Quattro @ ISO100 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO100

Sigma DP2 Merrill @ ISO100 (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO200

Sigma DP2 Quattro @ ISO200 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO200

Sigma DP2 Merrill @ ISO200 (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO400

Sigma DP2 Quattro @ ISO400 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO400

Sigma DP2 Merrill @ ISO400 (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO800

Sigma DP2 Quattro @ ISO800 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO800

Sigma DP2 Merrill @ ISO800 (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO1600

Sigma DP2 Quattro @ ISO1600 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO1600

Sigma DP2 Merrill @ ISO1600 (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO3200

Sigma DP2 Quattro @ ISO3200 (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO3200

Sigma DP2 Merrill @ ISO3200 (volle Auflösung - full resolution)

Was beim Pixelpeeping sofort auffällt ist, dass die Fotos der Quattro in der 100% Ansicht unschärfer sind als die der Merrill. Das liegt wohl, wie ich hier bereits erwähnt habe, auf unterschiedlichen Empfindlichkeiten der Regler, abhängig davon ob Quattro oder Merrill Dateien bearbeitet werden. Wenn Quattro X3Fs bearbeitet werden, reagieren alle Regler (nicht nur Schärfe) deutlich Empfindlicher auf Eingaben, und zwar sowohl im positiven als auch negativen Bereich. Ich hätte vielleicht einen Schärfe-Wert von -1 oder -1,3 bei Quattro X3Fs benutzen sollen, wollte aber nicht dass Besserwisser auf die Idee kommen die unterschiedlichen Werte zu kritisieren. Mit -2 bei beiden, können Interessierte nach dem Herunterladen die Quattro-Fotos nachschärfen.

Bis ISO400 scheinen beide Sensoren vergleichbar stark zu rauschen. Bei ISO200 und 400 scheint der Merrill-Foveon weniger gesättigtes aber gröberes/größeres Farb-Korn zu haben, das Luminanzrauschen des Quattro-Foveons ist aber zweifellos unauffälliger. Das chroma Rauschen des Merrill-Sensors ist hauptsächlich grün, während das des Quattro-Sensors vorwiegend rötlich ist. Ab ISO800 fallen die Unterschiede deutlicher aus. Bei dieser Empfindlichkeit bricht der M-Foveon sehr stark ein und zeigt sehr große grüne Pixelklumpen überall auf dem Bild, in dunklen Bereichen jedoch besonders deutlich. Diese lassen sich nicht ohne weiteres mit Rauschunterdrückung aus dem Bild zaubern. Der Q-Foveon zeigt bei dieser Empfindlichkeit ebenfalls starkes Rauschen, jedoch besteht dieses aus einer Mischung von deutlich kleineren roten und grünen Pixelklumpen, die sich mittels RU deutlich leichter herausrechnen lassen. Bei ISO1600 sieht es noch schlimmer für den M-Foveon aus. Riesige grüne „Wolken“ sind überall zu sehen und das ganze Bild hat einen grünen Farbstich. Beim Q-Foveon ist indes „nur“ das rote/grüne Korn noch gesättigter geworden. Mit etwas chroma RU kann das Quattro-Foto aber definitiv noch gerettet werden und sieht in kleinen Ausgabengrößen noch recht brauchbar aus. Bei ISO3200 ist bei beiden Sensoren das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Tatsache dass das Merrill-Foto deutlich schlimmer aussieht, tröstet nicht darüber hinweg, dass auch das Quattro-Foto sehr stark rauscht. Ich würde sagen dass der M-Foveon bis ISO800 gut brauchbare Farbfotos liefert, während der Q-Foveon das gleiche bis ISO1600 schafft.

Quattro @ ISO3200 SW Standardentwicklung

Sigma DP2 Quattro @ ISO3200 standard BW development (volle Auflösung - full resolution)
Quattro @ ISO3200 SW Blaukanal-Workflow

Sigma DP2 Quattro @ ISO3200 blue channel BW development (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO3200 SW Standardentwicklung

Sigma DP2 Merrill @ ISO3200 standard BW development (volle Auflösung - full resolution)
Merrill @ ISO3200 SW Blaukanal-Workflow

Sigma DP2 Merrill @ ISO3200 blue channel BW development (volle Auflösung - full resolution)

Schaut man sich die vier SW-Fotos an, kommt man zwangsläufig zum Schluss, dass der Blaukanal-Workflow in SPP 6.0.5, in Verbindung mit Quattro X3Fs, nicht mehr funktioniert. Das einzige was erreicht wird, ist dass das Foto dunkler und etwas kontrastreicher aussieht. Wendet man den gleichen „Trick“ auf ein X3F der Merrill an, wird dieses deutlich rauschärmer. Der M-Foveon schafft es hier deutlich sauberere Ergebnisse als sein Nachfolger zu liefern, das luma Rauschen des Ersteren ist deutlich unauffälliger. Der einzige Vorteil des Q-Foveons ist das kaum wahrnehmbare Banding-Rauschen (horizontale Linien im Bild), welches sogar in hellen Bereichen des Merrill-Fotos noch gut sichtbar ist.

Abschließend möchte ich nur sagen, dass ich mit der Verbesserung des Rauschverhaltens beim Quattro-Sensor sehr glücklich bin. Was ich mir jedoch wünschen würde, ist ein SPP Update mit funktionierendem Blaukanal-Workflow.

Weitere Fotos, die ich mit der DP2Q gemacht habe, findet ihr auf Pinterest und Flickr.
Weitere DP2M Fotos gibt es ebenfalls auf Pinterest und Flickr.

  1. […] vor morgen oder übermorgen den 3. Teil der „Quattro vs Merrill“ Vergleichsreihe zu posten. Im ersten Teil habe ich die DP2Q und die DP2M im Hinblick auf das Rauschverhalten miteinander verglichen, im […]

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  2. […] ich die Quattro und die Merrill hinsichtlich des Rauschverhaltens und der Reserven in den Spitzlichtern bereits vergleichen habe, bleibt es nur noch die Schatten, […]

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  3. […] des Foveon“ kann keine Rede sein. Im Vergleich zum Merrill wurden drei Dinge geändert: 1) das Rauschverhalten ist besser, 2) die Reserven in den Spitzlichtern sind geringer und 3) das Rauschniveau in den Schatten ist […]

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  4. […] Zudem habe ich das Thema Farbwiedergabe aus den Augen verloren, weil ich mich zu sehr auf das Rauschverhalten, die Reserven in den Spitzlichtern und das Rauschen/die Dynamik in den Schatten fokussiert habe. […]

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