Nagasaki, ein Tag nach der Explosion der Atombombe


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Als die Atombombe am 9. August 1945 über der Stadt explodiert ist, war Yosuke Yamahata, einer der bekanntesten japanischen Militärfotografen, in der Nähe von Nagasaki im Einsatz. Sobald er von der schrecklichen Nachricht erfuhr, machte er sich auf den Weg in die Stadt, um Fotos von der Verwüstung zu machen, die später zu Propagandazwecken benutzt werden sollten. Er machte an dem Tag 119 Fotos mit mehreren Kameras, wobei eine der Kameras einen fehlerhaften Verschluss hatte. Viele der Bilder, die mit dieser Kamera gemacht wurden, waren unbrauchbar, oder so glaubte man zumindest. Die Brauchbaren wurden am 21. August in Mainichi Shimbun abgedruckt, jedoch ein, zwei Wochen später von der US-amerikanischen Okkupationsmacht aus dem Verkehr gezogen. Solche unangenehmen Werke wurden zensuriert und konfisziert.

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Quelle: Auktionshaus Bonhams

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Quelle: Auktionshaus Bonhams

Yamahata schaffte es viele Negative zu verstecken und die Erinnerung an die Zerstörung, die eine der zwei jemals eingesetzten Atombomben verursachte, für die Nachwelt zu bewahren. Das Durchleben und Dokumentieren der „Hölle auf Erden“, wie er in späteren Interviews die dem Erdboden gleichgemachte Stadt Nagasaki beschrieb, kostete ihn letzten Endes das Leben. Er starb im Jahr 1966, im Alter von 48, an Krebs.

Wieso ich euch all das erzählt habe? Nun, in zwei Tagen werden 24 der 119 Fotos im Auktionshaus Bonhams, in New York, unter den Hammer gehen. Der geschätzt Wert liegt bei US$25000 – 35000. Zwölf von diesen Fotos wurden noch nie der Öffentlichkeit gezeigt, da sie erst vor kurzem im Fotoalbum eines US-amerikanischen Militärpolizisten, der sie während der Okkupation Japans in Ōsaka konfisziert hat, wiederentdeckt wurden. Man glaubt dass sie aus der defekten Kamera stammen.

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6 Gedanken zu „Nagasaki, ein Tag nach der Explosion der Atombombe

    • Solche Fotos sollten, meiner Meinung nach, archiviert und öffentlich zugänglich gemacht werden, nicht versteigert.

      Der jetztige Eigentümer möchte natürlich Geld damit verdienen. Ich verstehe aber was du meinst. Wäre ich der Eigentümer, würde ich Fotos einem Museum schenken.

      • Ich bin auch der Meinung, dass solche Dokumente der Öffentlichkeit zustehen. Hoffentlich macht es der neue Besitzer.

      • Ich bin auch der Meinung, dass solche Dokumente der Öffentlichkeit zustehen. Hoffentlich macht es der neue Besitzer.

        Darauf würde ich nicht wetten. Wie man aber so schön sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  1. Von welcher US-Seite haste denn das „zu Propagandazwecken“? Klar gab es Propaganda auf allen Seiten im Krieg, aber ausgerechnet die Photos der Zerstörung nach der zweiten Atombombe auf ein Land, das schon vor der ersten besiegt war und nur noch Bedingungen des Friedens aushandeln wollte, als mutmaßliche Propaganda zu sehen, finde ich recht befremdlich …

    Eindrucksvolle Bilder allemal!

    • Von welcher US-Seite haste denn das “zu Propagandazwecken”?

      Das ist von keiner US-Seite. Der Yamahata war nicht einfach ein Foto-Reporter, er war ein Militärfotograf. Insofern ist klar wofür seine Bilder verwendet wurden.

      Klar gab es Propaganda auf allen Seiten im Krieg,

      Eben.

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