Neueste US-Marktdaten: Nachfrage nach Systemkameras steigt, Kompaktkameras floppen


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Laut dem Marktforschungs-Unternehmen NPD sollen im Zeitraum zwischen Juni 2012 und Mai 2013 Systemkameras im Wert von $2.1 Milliarden abgesetzt worden sein – eine Steigerung von 5% im Vergleich zum gleichen Zeitraum vorigen Jahres. Die Nachfrage nach Kompaktkameras soll währenddessen um 26% eingebrochen sein und nur $1.9 Milliarden betragen haben. Das ist das erste Mal, das Systemkameras in den Staaten mehr Umsatz als Kompaktkameras generiert haben.

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 Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Laut Analysten sollen Smartphones, die schon seit 2009 den Kompaktkamera-Markt stark kannibalisieren, die Hauptursache sein. Ich hingegen vermute dass es am immensen technologischen Fortschritt der letzten Jahre in Verbindung mit kaum gestiegenen Ansprüchen liegen könnte. Wie vor 20, 30 Jahren schaut man sich Fotos in einer Größe 9*13 bzw. 10*15cm an. Der Unterschied liegt nur im Medium, denn Papier ist großenteils Tablets und digitalen Bilderrahmen gewichen. Vergleicht man Bilder, die aktuelle Smartphones aufnehmen können mit denen von analogen Kompaktkameras der 90er Jahre, so wird man bei dieser Ausgabegröße nur schwer einen qualitativen Unterschied feststellen können. Bilder in gleicher Qualität wie damals sind heute also mit einem multifunktionalen, viel kleineren Gerät, machbar.

Hinzu kommt, dass die meisten Hersteller die Ankunft des Smartphones verschlafen und folglich ihre Kompaktkameras in Hinsicht auf Bildqualität und fotografische Gestaltungsmöglichkeiten nur unwesentlich verbessert haben, um sie höher als diese positionieren zu können. Erst jetzt erscheinen langsam Kompaktkameras mit größeren Sensoren (1“ wird sich m.M.n. durchsetzen), die hinsichtlich der erwähnten Eigenschaften gut genug sind, um anspruchsvollere Fotografen auf der Suche nach einem kompakten Gerät zufriedenstellen können. Ich vermute dass viele, die sich heutzutage eine Systemkamera kaufen, dies tun, weil sie bessere Bildqualität benötigen, Kompaktkameras mit 1/1.7“ und 1/2.3“ Sensoren diese aber nicht liefern können. Und wenn man schon eine zusätzliche Kamera mitnimmt, dann soll diese gefälligst Bilder machen, bei denen man die Unterschiede zu Smartphone-Bildern nicht mit der Lupe suchen muss. Wie seht ihr das?

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3 Gedanken zu „Neueste US-Marktdaten: Nachfrage nach Systemkameras steigt, Kompaktkameras floppen

  1. Hallo
    nun ja der Preisverfall bei Systemkameras ist wohl der Haupttreiber. Die billige Kompaktknispse konkuriert mit den Telefonen so dass in dem Bereich nur die Travelzooms und Bridges noch gut verkauft werden bzw zum Teil wohl Zuwächse haben. Die klassische „grosse“ Bridge mit grossem Sensor die man früher als Prosumer als DSLR Ersatz hat ist so gut wie ausgestrorben das machen jetzt die Systemkameras. Und bei DSLR Kit Preisen von 400€ sind DSLR inzwischen für Taschengeld kaufbar und Canikon haben je in dem bereich viel in PR investiert.

    Ich denke langfristig werden Kompkatkameras und Smartphone zusammenwachsen zb in der Samsung Galaxy liesse sich ein Telefon integrieren aber die Hersteller wollen erst noch den Markt seperat halten und doppelt abgrassen so lang es geht. Und denn Hybrid werden vermutlich erst mal Sony, Samsung und evtl LG hinbekommen. Die Frage ist wann ist der richtige Zeitpunkt vor allem weil imme rmehr Jugendliche mit Smartpohnes aufwachsen und die Kompaktkameras überspringen und gleich eine Systemkamera/ DSLR kaufen. Dort aber mit reinem Fotoigrafieren nicht klar kommen die wollen knipsen und dann die Knipsbilder krativ mit Filtern veredeln. Und das liegt ein grosser Reiz nachträglich noch mit Services Umsatz nach dem Verkauf zu generieren. Zb Samsung Galaxy Bildupload und Bilddatenbank ist nur 2 Jahre kostenlos danach muss man dafür bezahlen und wenn man das nicht tut sind evtl die Bilder gelöscht oder werden meistbietnet na NSA oder Facebook verkauft. Bin mal gespannt was im Netz los ist wenn die ersten Galaxy Käufer davon übrarscht werden das deren 10000e Knipsbilder in der Cloud verschwinden udn keiner ein Backup zu Hause hat und nur die Upoads auf Communitys übrig bleiben

    • Ich stimme dir zu allem zu, außer dem mittleren Teil, wo es um die Fusionierung des Smartphones mit der „ernsthaften Kamera“ geht. M.M.n. wird diese Samsung-Kamera foppen, denn die Touch-Bedienung wirkt auf mich forciert. Für vieles ist ein Touchscreen gut geeignet, bei einer Kamera kann er aber nur eine Ergänzung zu echten Tasten und Rädchen sein. Dieses taktile Feedback ist sehr wichtig. Ein TS-Kamera kann man nur mit Mühe durch den Sucher schauen bedienen. Das wird sich m.M.n. nicht durchsetzen.

  2. Pingback: Den Spiegellosen gehört die Zukunft! | Foto[gen]erell

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