Hamburger Abendblatt setzt ein Zeichen gegen PR-Zensur indem es auf Bartoli-Foto verzichtet


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Mittlerweile ist es gang und gebe das von allen Seiten Druck auf die Medien ausgeübt wird. Das Ziel: eine geschönte Geschichte. Im Kunstbereich wiedersetzen sich Interessenvertreter der Musiker schon seit einiger Zeit der neutralen Berichterstattung. Entweder werden die Fotos von eigenen Fotografen gemacht oder fremde Fotografen dazu gezwungen sich einer Zensur zu unterziehen. Auf Konzerten ist es gängige Praxis dass Fotos von Musikern und deren Managern begutachtet und bei Nichtgefallen gelöscht werden. Manche Veranstalter sollen noch einen Schritt weitergehen und darauf pochen dass Profi-Fotografen nicht nur ihre Fotos vorlegen, sondern auch bezahlen um ihre Arbeit machen zu dürfen. Gestern hat das Hamburger Abendblatt ein Zeichen gegen diese fehlgeleitete Entwicklung gesetzt.

Anstelle des Konzert-Fotos der Sängerin Cecilia Bartoli platzierte man einen weißen Kasten mit der folgenden Aussage: „An dieser Stelle hätten wir gern ein Konzertfoto der Sängerin gezeigt. Doch das Schweizer Management stellte unannehmbare Bedingungen: Fotos in der Pause zur Auswahl vorlegen, die nicht genehmen löschen? Darauf haben wir uns nicht eingelassen.“

Ich begrüße diesen Schritt des Hamburger Abendblattes. Zwar geht es hier „nur“ um Musik bzw. Kunst, und nicht etwa Politik, trotzdem stellt diese Entwicklung eine Gefahr für die Pressefreiheit dar. Und wie uns die Geschichte lehrt, lassen sich Grundrechte am leichtesten langsam und schrittweise wegnehmen.

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4 Gedanken zu „Hamburger Abendblatt setzt ein Zeichen gegen PR-Zensur indem es auf Bartoli-Foto verzichtet

  1. Kenne diese Praxis auch und hoffe, dass der Aktion noch baldigst weitere folgen. Schließlich ist es sonst keine freie und vielfältige, sondern nur noch gezielt gesetzte und genau gesteuerte „Berichterstattung“. Der Einfluß dieser „Managersysteme“ hat ganz schön zugenommen und man kommt sich bei diversen Auftritten recht gegängelt vor.

  2. Pingback: Fotograf bekommt €24.000 Schadensersatz für gestohlenes Foto | Foto[gen]erell

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