Test: Sigma 10-20 f3,5


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Ich besitze das Sigma 10-20 f3,5 schon seit einige Monaten. Im Januar habe ich es fast ausschließlich an meiner SD1 verwendet. In dieser Zeit habe ich Hunderte von Fotos mit dem Ultraweitwinkel gemacht. Daher finde ich dass es an der Zeit ist meine Erfahrungen mit dem Objektiv mit euch zu teilen.

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Verarbeitung und Handling

Das 10-20 f3,5 gehört zur gehobenen EX-Reihe von Sigma, die mit der Umstellung der Produktphilosophie des Unternehmens wegfällt. Ich habe bisher viele Sigma-Objektive ausprobiert, unter welchen so einige EX-Linsen vertreten waren, und ich kann euch eins mit Gewissheit sagen, die EX-Gläser sind von einer sehr hohen Verarbeitungsqualität. Dass 10-20 f3.5 ist da keine Ausnahme – „Gebaut wie ein Panzer“ trifft es ganz gut. Kann man mit diesem Objektiv Nägel einschlagen? Da ich es nicht ausprobiert habe und es auch nicht vorhabe, kann ich es nicht sagen. Bei der robusten Anmutung könnte ich es mir aber gut vorstellen. ;-)

Auch das 10-20er hat das altbekannte raue Finish der EX-Reihe. Für diejenigen, die mit EX-Objektiven nicht vertraut sind, das Finish ist „runzelig“ und matt. Fingerabdrucke und Handling wie ein Stück Seife, verbunden mit ständigem Ausrutschen aus der Hand? Fehlanzeige! EX-Optiken werden für Profis gemacht, die ein Werkzeug brauchen. Wer ein auf „Coolness“ getrimmtes Spielzeug (Klavierlack…) sucht, welches er sich um den Hals hängen kann um in der Fußgängerzone einen auf „Checker“ machen zu können („Hey Kleines, ich bring dich ganz groß raus!“), ist hier falsch. Das 10-20 ist schlicht, fühlt sich wertig an und liegt gut in der Hand. Form follows function.

UnbenanntUnbenanntUnbenanntFeatures

Das Hauptfeature dieses Objektivs ist eindeutig seine Brennweite. 10-20 vor einem APS-C-Sensor sind wie 15-30mm bei Kleinbild. Einen noch breiteren Blickwinkel kriegt man nur noch mit dem Sigma 8-16mm oder einem Fischauge. Wobei Letztere nicht jedermanns Sache sind.

Das 10-20 f3,5 hat keinen Stabi, und das ist m.M.n. auch gut so! Ich hasse es nämlich für „Bauernfänger“-Features draufzahlen zu müssen. Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen Stabi, meiner Erfahrung nach bringt diese Technik bei Tele-Objektiven sehr viel. Im Bereich unter 50mm (KB) bringt eine Stabi kaum Vorteile. Beim 10-20 würde er sich nur auf der Rechnung (um einige Hunderter) bemerkbar machen.

Autofokus ist nicht Blitzschnell, steht aber einem zu keinem Zeitpunkt im Weg. Vielleicht liegt es auch in der weitwinkligen Natur dieses Objektivs und den Motiven die man damit einzufangen versucht, aber um den AF macht man sich im Praxiseinsatz keine Gedanken. Man nimmt sich viel Zeit, stellt das Stativ auf, wählt überlegt den Bildausschnitt, usw. Die 0,X Sekunden, die der AF dann benötigt (oder auch nicht (falls man manuell auf hyperfokale Entfernung scharfstellt) fallen nicht ins Gewicht.

Bildqualität

Wenn man die Bildqualität eines UWWs beurteilt muss man immer im Hinterkopf behalten wie schwer es ist solche Objektive zu entwerfen. Noch schwieriger wird es, wenn dabei der Preis in einem vernünftigen Rahmen bleiben soll. Anders als bei Nomralbrennweiten, die symmetrische Designs aufweisen, muss bei UWWs tief in die Trickkiste gegriffen werden. Man versucht Lichtstrahlen zu verbiegen, den Spiegelkasten zu umgehen, letztendlich kann man physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen. Ein UWW wird nie die homogene Schärfe (von Eck zu Eck) einer Normalbrennweite haben können. Auch nicht wenn man ausgefeilte Designs einsetzt, die das Objektiv extrem verteuern. Sogar ein hypothetischer UWW um €2000 könnte es in dieser Disziplin nicht mit einem billigen 50mm f1.8 für €150 aufnehmen.

Mir war diese Tatsache schon vor vielen Jahren, nach dem ersten Besuch der Photozone-Seite, bekannt. Als ich mir überlegt habe, welches UWW ich kaufen wollte, standen das f3,5 und das f4-5,6 ganz oben auf der Liste. Photozone bescheinigte dem f3,5 eine recht schwache Auflösung in den Ecken. Da ich flexibler unterwegs sein wollte – ich hab vor irgendwann mal Landschaften mit Sternenhimmel, aber ohne s.g. Starstreaks, zu fotografieren – entschied ich mich daumendrückend für das lichtstärkere UWW.

Nach mittlerweile vielen Bildern bin ich zuversichtlich richtig entschieden zu haben. Die Leistung am Bildrand ist wesentlich besser als der Photozone-Test einen glauben lässt. Obwohl die SD1 sehr anspruchsvoll sein kann, gefällt mir die Bildqualität. Seht selbst:

100%-Ausschnitt Mitte (aufs Bild klicken um es sich auf Flickr in voller Größe anzusehen)
Unbenannt100%-Ausschnitt linke obere Ecke (aufs Bild klicken um es sich auf Flickr in voller Größe anzusehen)
UnbenanntFazit

Das Sigma 10-20 f3,5 ist ein sehr gut verarbeitetes, robustes Objektiv, mit toller Haptik. Es macht viel Spaß mit dem außergewöhnlichen Blickwinkel dieses Ultraweitwinkels zu spielen. Die Bildqualität ist m.M.n. besser als einige Tests einen glauben lassen wollen. Ob sich der Aufpreis von €200 zum leichtschwächeren 10-20 f4-5,6 lohnt hängt natürlich vom fotografischen Vorhaben und persönlicher Präferenz ab.

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Weitere Fotos vom 10-20 f3,5 findet ihr im Flickr-Album;-)

  1. […] auf amazon das Sigma besser ab als das Tamron und dieser Blog zeigt auch traumhafte Fotos: Test: Sigma 10-20 f3,5 | Foto[gen]erell Hmm schwierig. Ich frag mal in meinem Bekanntenkreis rum ob jemand eins von den beiden hat, dann […]

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  2. […] außer der schwache WW-Bereich wird durch ein Ultraweitwinkel-Objektiv abgedeckt, wie das bei mir (10-20mm f/3.5) der Fall ist. Ansonsten kann man auch mit dem 17-70 C glücklich werden, sofern man […]

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